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Polytoxikomanen?



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Das "polytoxikomane Phänomen" hat die gesamte westliche Bevölkerung ergriffen.
Um das zu sehen, stelle man sich ein halbes Stündchen in eine Apotheke und lausche den Bedürfnissen der Kundschaft. Etwas gegen Rückenschmerzen, gegen Müdigkeit, zum Schlafen.....der rezeptpflichtige Teil fürs Arztohr.
Wenn auf einer Skala von null bis hundert links die Depression und rechts die Manie steht, können wir uns eine individuelle Nerven-Grundausstattung in allen Graden auf dieser Skala vorstellen.. Dazu noch unterschiedliche Sinnes-Sensibilitäten.
Mit diesem Erbe werden wir in dieselben Erziehungsmühlen geworfen.
Ich erinnere mich, dass mir`s schon im Kindergarten zu laut und hektisch war: als Ergebnis bin ich selbst aggressiv auf diese erzwungene Umgebung geworden und hab einer zu laut gackernden Gans mit meinen Händchen den Hals zugedrückt. ( sie wurde gerettet von einer frommen Kindergärtnerin). Hätte mich jemand in den Wald mitgenommen oder in einen Blumengarten....hätten sie mich nur in ruhegelassen!
Dann steigen die Anforderungen, Schluss mit Spiel und lustig, - was war da lustig?
Da greifen die ersten zur Beruhigung: Schokolade, Nicotin.
Da müssen die ersten länger wach sein: Cola, Kaffee.
Da wollen wir mal aus uns rausgehen: Alkohol
Da finden sich die ersten Pillen aus der Abteilung mother`s-little-helpers
Damals, Anfang der 70er, kusierten unter uns Studenten die "Capis", - ein paar Nächte konzentriert durch-lernen vor Prüfungen.
Das ist die banal-normale Entwicklung gesunder junger Leute zum polytoxikomanen Leben gegen den ach so gewöhnlichen Wahnsinn aller Tage.
Bin ich auch nur einen millimeter auf der anderen Seite?
nein, einfaches nein.


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Nochmal:
Die sog. Polytoxikomanen (es nützt übrigens nichts, wenn wir "deren" Bezeichnungen verwerfen, und keine anderen dafür zur Hand haben. Dass das Phänomen besteht, läßt sich schwer leugnen)
Bei N.A. fallen einem Leute auf, die in ständiger Furcht davor leben, sie könnten nach "Drogen" greifen. Ihre Furcht ist so groß, dass sie sich nur von einem Tag zum anderen abstinent zu halten hoffen, (wer weiß, was danach kommt?) Diese Leute fürchten sich vor ALLEN "Drogen". Sie haben nicht notwendigerweise eine Bevorzugte. Sie sind gefährdet, nach Cannabis zu greifen, und damit eine Kette von Ereignnissen auszulösen, die sie in kürzester Zeit in den körperlichen, sozialen und finanziellen Ruin brächte. Egal, welcher Stoff, sei es Alkohol, Hasch, irgendwelche Tabletten, Heroin, EGAL.
Bei diesen Leuten fällt auf, dass sie ihren gegenwärtigen Bewusstseinszustand nicht ertragen. Sie wollen ihn um jeden Preis ändern. Daher ihre ständige Furcht, sie könnten nach "Drogen" greifen. Dorthin, treibt sie nämlich ihr Wunsch nach Veränderung ihres gegenwärtigen Bewustseinszustandes. Sie leiden so sehr an sich, an ihrem gegenwärtigen Zustand, dass sie selbst zu Mittel greifen, Mittel einnehmen, nach deren Einnahme es ihnen objektiv betrachtet noch schlechter geht, als zuvor. Das schreckt sie aber nicht zurück. Das nehmen sie in Kauf, verändern sie damit doch immerhin ihren gegenwärtigen, quälenden Bewusstseinszustand.
Das scheinen Aspekte zu sein, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Vorallem wenn man weiter überlegt und darüber nachdenkt, wohin es einen solchen Menschen treiben kann, in seinem verzweifelten Fluchtversuch, weg von sich selbst...-

Gruss: K



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