Hallo! (ich bleibe beim "Du"..)
Entschuldigung für die pathetische Überschrift, aber wenn ich nicht bald meinen Stein der Weisen finde, werde ich mein junges Leben in absehbarer Zeit beenden.
Ich gebe euch mal einen sehr kurzen (geht bei Bedarf auch länger) Abriss meiner Lebens- bzw Leidensweges (was schon lange dasselbe ist): Ich bin heute XX Jahre alt. Als ich 17 war bekam ich mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen schwere Depressionen. Seitdem haben mich diese nie wieder verlassen. Der Wunsch nach dem Tod ist mein tiefster.
Dahinter steht ein in meinen Augen unüberschaubares Knäuel weiterer "Störungen": sicherlich eine schwere narzisstische Persönlichkeitsstörung (ich reite ungern auf Diagnosen herum, hier nenne ich sie aber trotzdem) mit allerlei "Negativsymptomatik", die Positivsymptomatik hab ich vor der sogenannten Depression ausgelebt...-
Auf Grund meiner abgrundtiefen namenlosen Angst und vor allem einer extremen Sensibilität und damit Verletzlichkeit (Frühgeburt, nebenbei bemerkt..) habe ich allergrößte Probleme irgendetwas im Leben zustande zu bringen. (Ich habe/hatte eine extrem pathologische Mutterbeziehung muss ich noch sagen; mehr dazu aber nicht an dieser Stelle)
Irgendwann hab ich dann beschlossen, dass ich mich jetzt ändern oder sterben müsse. Es folgten 2 Jahre Psychoanalyse und völlige Immigration in die innere Welt. In dieser Zeit habe ich aus äußerer Sicht nur gelesen und (ganz erfolgreich) Sport getrieben. Es hat sich aber nicht wirklich viel geändert. Die Psychoanalyse bzw der Analytiker erwies sich vor allem in der Schlussphase als hochgradig pathogen und hat mich wiedermal an den Rand des Suizids gebracht.
Vor knapp einem halben Jahr habe ich die Psychoanalyse abgebrochen mit dem "Ziel" jetzt wieder nach außen zu leben und etwas auf die Beine zu bringen. Zu verlieren habe ich nichts; ich werde getrieben von Fatalismus. Es folgte allerdings eine stark selbstzerstörerische Phase... Kurz bevor ich eine psychosomatische Klinik besuchen "wollte"(wollte mich eigentlich nur vor mir selbst schützen...) machte mir das Universum -oder was auch immer- ein wunderbares Geschenk indem ich völlig zufällig ein wunderbares Mädchen (eine Seelenverwandte) kennenlernte. Sie lud mich mit zu sich nachhause ein, in die Stadt XXX XXX.
Dort war ich jetzt die letzten X Wochen. Ich, bzw wir, haben viel über uns gelernt (in einem therapeutischen Sinn!), aber Ich bleibt nun mal Ich und kann nicht vor mir und meinem Grauen weglaufen, egal wohin Ich auch zu flüchten versuche.....
Also: hier sitzt ein hochintelligenter, vielfältig talentierter, belesener, charmanter, gut aussehender Mann im besten Alter (das sind Fakten, kein Ausdruck meines Narzissmus); seine Seele trägt er auf der Haut, seine Gefühle (und manchmal gar seine Stimme) sind erstarrt um sich zu schützen, eine Zukunft oder den Gedanken daran kennt er nicht mehr, der Tod lockt ihn permanent, obwohl er leben will aber einfach nicht weiß wie das geht oder wie man das ertragen soll. Er hat es satt, er will nicht mehr kämpfen gegen einen Feind, den er nicht sieht, er kennt die Psychiatrie und ihre Gegenstännde besser als die meisten Ärzte, er kennt die Medikamente, er kennt Drogen(leidenschaftlich Alkohol, auch THC und Kokain...). Nichts "hilft".
Er weiß nicht mehr, was es heißt zufrieden, geschweige denn glücklich zu sein (auch nicht von Koks..). Bis ihm seine Seelenverwandte eines Tages einen Tee kochte. Darin 5 zermahlene braune Kapseln...
(Anmerkung von INTRACEREBRAL: Gemeint sind die getrockneten und zermahlenen Samenkapseln des Schlafmohns papaver somniferum...)
Es war nicht meine erste Begegnung mit Opiaten. Ich hatte vorher schon mal Tramadol (gute Wirkung, hab es aber niedrig dosiert und ging von einem Placeboeffekt aus) und Codein (wohl Non-Responder) probiert. Vorher hatte ich "die ganz hohen Wellen" öfters mal mit Benzos, Alkohol und Novalgin zu kontrollieren versucht...
Aber nichts war vergleichbar mit diesem -meinem ersten richtigen- Opiaterlebnis: Das, was zwischen mir und der Welt fehlt, schien plötzlich da; eine schützende Haut um mich herum; ich konnte sie beinahe sehen. Meine Intimitätszone war -zum ersten mal in meinem Leben (?)- sicher. Ich konnte fühlen, was ich vorher nur denken und vielleicht wissen konnte. Ich konnte aussprechen, was ich denken konnte. Ich konnte denken ohne zu Grübeln. Ich fühlte mich /normal/ und nüchtern (sic!)!
Seit dieser Begegnung (die ich seither 4mal immer mit demselben Ergebnis wiederholt habe) weiß ich, "wie das/mein Leben sein könnte" - zumindest erscheint mir es so-.
Ich bin auf die Morphinistenseite gestoßen und habe mich durchgelesen. Ich kann mich in einigen Punkten sehr gut wiedererkennen. Andere dagegen, schrecken mich ab. Fakt ist, dass ich eine Abhängigkeit und tägliche Einnahme eines wirklich potenten Medikaments (das mache ich jetzt ohnehin schon, aber es hilft nichts) jederzeit mit einem absolut unerträglichen und nicht lebbaren Leben tauschen würde.
Was mich interessiert ist, was ihr dazu denkt, was ihr mir raten würdet, ob ihr euch ganz praktisch vorstellen könnt, dass ich mich in die Hände irgendeines Opioids (legale Beschaffung wäre übrigens Vorraussetzung) begebe...
Gruss: XXXX
Anmerkung der Morphinistenseite: Obwohl in der Praxis tausendfach bewiesen, leugnen die Obermedizinmänner, all die einflussreichen Professoren der Psychiatrie unseres Landes noch stets beinhart, Opiat/Opioid eigneten sich nicht zur Behandlung psychischer Störungen. Sie empfehlen, man möge doch lieber zu einem ihrer Psychiater-Kollegen gehen und sich dort vernichtend verheerende Psychopharmaka verordnen lassen. Wir haben mit einigen dieser Professoren korrespondiert und sind dabei eindeutig zu dem Schluss gekommen, diese Leute wissen sehr wohl um die heilsame Wirkung des Opiats, aber sie wollen nicht darüber reden, vermutlich, weil sie es nicht dürfen, wollen sie weiterhin ihre Position bekleiden. Wir sind dieser Lügnerei und Herumdreherei satt und sagen: Verweigert man euch wirksame Behandlung, nehmt euch das Recht, mit den Mitteln euch selbst zu behandeln, die euch wirksam erscheinen.
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