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Aufschlussreicher Briefwechsel
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I N H A L T
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B R I E F A U S Z U G
A N D E N B U N D E S M I N I S T E R
A N T W O R T D E S B U N D E S M I N I S T E R S
N O C H M A L S A N D A S B U N D E S M I N I S T E R I U M
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B R I E F A U S Z U G
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************************************************************************************ Lieber Karlos, Schau Dir doch mal den anhängenden Briefwechsel an, das ist einer von zwei Dutzend, die ich hier habe, an denen ich - natürlich in Zusammenhang mit meinen Gerichtsprozessen - minutiös beweisen kann, dass in der deutschen Elite eine ganze Gruppe von Experten aller wichtigen Schattierungen mit Eifer, differenzierter Genauigkeit und offensichtlicher Sachkenntnis daran arbeitete, so viele Menschen mit einer häuslichen Umgebung UND Genetik, die von Opiaten eine wesentliche Linderung ihrer Beschwerden UND eine Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit erwarten konnten zu behindern und sogar zu eliminieren, und damit offensichtlich bedeutende Karrieren machten, während der gesamte Rest der Elite, Arrivierten und Angehörigen der Professionen sich dazu nicht deutlich geäußert hat.
Ich sehe noch nicht ein, dass ich zu meinen Lebzeiten weder ein Gericht, noch eine besondere Elite, noch von dem resultierenden Schicksal Betroffene finden sollte, die sich für diese Texte im Detail interessieren.....
So lomg: Hannes
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A N D E N B U N D E S M I N I S T E R
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Dr. Med. JOHANNES KAPUSTE praktischer Arzt / Psychotherapie Dr. Kapuste Amalienstraße 73 8000 München 40 Telefon 288011 München, den 29.7.79
An den Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit Kennedyallee 105-107, 53 BONN-BAD GODESBERG
Sehr geehrte Frau Minister,
Ich beziehe mich auf Auszüge aus dem Protokoll der 35. und 36. Sitzung der Drogenbeauftragten des Bundes und der Länder am 14./15. Februar und am 6. Juni 1978 in Bonn, die ich von Herrn Dr. Damminger erhalten habe. Herr Dr. Damminger büßt zur Zeit eine rechtskräftig gewordene Gefängnisstrafe für eine nach dem Stand der internationalen Literatur lege artis durchgeführte Behandlung von Opioid-Abhängigen mit Methadon in Kassel ab. Aus dem Protokoll-Text ist zu entnehmen, daß die genannte Beraterkommission sich "entschieden" gegen ein vom Präsidenten des Bundesgesundheitsamtes vorgeschlagenes Seminar über Methadonbehandlung gewandt hat.
Die Probleme mit den Süchtigen in der Bundesrepublik wachsen an. In allen anderen Ländern, die gleiche Probleme haben, werden Süchtige mit Methadon behandelt. Es gibt darüber weit mehr als hundert Publikationen. Einen Teil davon schicke Ich Ihnen in einer Bibliographie zu. Soweit ich die Literatur überblicke muß jeder, der wissenschaftlich ordentlich recherchieren kann zu dem Ergebnis kommen, daß die Methadonbehandlung medizinisch gut begründet ist, wenngleich dabei Probleme bleiben, die nicht vollkommen gelöst sind. Umgekehrt sind von deutscher Seite keine gut begründeten Alternativen angeboten. Das Verhalten der offiziellen Stellen, der Psychiatrie und der Justiz läuft darauf hinaus, den Leidensdruck der Süchtigen zu erhöhen, um einen Teil in mehr oder weniger zwangsweise drogenfreie Programme zu bringen. Das führt zu vielen Todesfällen und fördert die Kriminalität.
Ich möchte Sie bitten, mir mitzuteilen, wie in Ihrem Ministerium gegenwärtig diese Frage entschieden wird. Dazu hätte ich gerne bibliographische Hinweise auf wissenschaftliche Arbeiten, die die bisherige Haltung des Bundesministeriums in dieser Sache belegen oder eine Liste der Mitglieder der Beraterkommission mit Adressen, damit ich mich persönlich um die Literatur bemühen kann.
So weit meine Recherchen gediehen sind, muß ich davon ausgehen, daß die bisherige offizielle Haltung nicht wissenschaftlich begründet worden ist. Ich kann Ihnen darüber auch mehr berichten.
Mit den besten Empfehlungen, Ihr sehr ergebener Dr. Johannes Kapuste ***************************************************************** *****************************************************************
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A N T W O R T D E S B U N D E S M I N I S T E
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Der Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit 343 - 4917 - 6/1 Gesch.z.XYXYXYXYXYXYX ............................................................
Bei allen Antwortschreiben wird um Angabe obiger Geschäftsnummer gebeten 53 BONN BAD GODESBERG 1, den 22. August 1979 Postfach 490 Fernruf (02221) 834/....... 367 (oder über Vermittlung 8341) Fernschreiber: 8-8517 Dienstsitz: KennedyaIlee 105-107 * Herrn Dr.med.Johannes Kapuste Amalienstr. 73 8000 München 4o
Sehr geehrter Herr Dr. Kapuste!
In Beantwortung Ihres Schreibens vom 29.7.1979 teile ich mit, daß es die Aufgabe der Drogenbeauftragten des Bundes und der Länder ist, unter Berücksichtigung aller wesentlichen Gesichtspunkte der Gesamtsituation zu Vorschlägen und Maßnahmen Stellung zu nehmen, von denen erwartet wird, daß sie geeignet sind, die Bekämpfung des Mißbrauchs illegaler Drogen wirksam zu beschränken*. Im angesprochenen Falle konnten sich die Drogenbeauftragten u.a. auf das Votum der Beraterkommission der "Bundesopiumstelle" des Bundesgesundheitsamtes stützen. Die Drogenbeauftragten des Bundes und der Länder haben sich im übrigen wiederholt mit dieser Fragestellung befaßt und sie werden dies nach Lage der Dinge auch in absehbarer Zeit erneut tun müssen. Auch dabei wird es wiederum darum gehen, eine gesundheitspolitische Entscheidung zu finden, die den möglichen Nutzen einer Methadonbehandlung für den einzelnen berücksichtigt und diesen ab- wägt gegen evtl. nachteilige Auswirkungen auf andere, insbesondere auch auf bislang als begründet anerkannte therapeutische Ansätze.
*Fett & kursiv von der Redaktion der Morphinistenseite.
Mit freundlichen Empfehlungen Im Auftrag Prof.Dr.Franke
Bitte Eingaben • ohne persönliche Anschrift • an Dienststelle richten ********************************************************************************* *********************************************************************************
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N O C H M A L S A N D A S B U N D E S M I N
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Dr. Med. JOHANNES KAPUSTE praktischer Arzt / Psychotherapie
Dr. Kapuste Amalienstraße 73 8000 München 40 Telefon 288011 München, den 27.8.79 An den Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit, z.Hd. Herrn Professor Dr. Franke Postfach 490 *53 BONN-BAD GODESBERG Gesch.Z . 343 - 4917 - 6 / 1
Sehr geehrter Herr Professor Franke,
In Ihrem Schreiben vom 22. 8. ist Ihnen wohl ein Fehler unterlaufen, und ich muß fragen, ob Sie mir ein neues schicken wollen. Ich kann ihn aber auch selbst korrigieren, in der Annahme, daß Sie nach dem von Hand gesetzten Komma ''die Bekämpfung" streichen und dann weiter "den Mißbrauch" schreiben würden.
Abgesehen davon ist mein Brief eigentlich unbeantwortet geblieben. Ich fragte, wie in Ihrer Ministerium die Frage der Methadonbehandlung gegenwärtig entschieden wird, nicht wer sie entscheidet. Dazu fragte ich nach bibliographischen Hinweisen auf wissenschaftliche Grundlagen der bisherigen offiziellen Haltung und - eventuell - nach den Namen und Adressen der Mitglieder der Beraterkommission. Sofern Sie ermächtigt sind, mir zu antworten, wäre ich Ihnen doch dafür dankbar.
Auch in einer anderen Hinsicht muß ich mich als mißverstanden betrachten, obwohl ich sehr deutlich und auch redundant geschrieben habe. Sie teilen mir mit, daß es die Aufgabe der Drogenbeauftragten... ist, .. wo ich deutlich gemacht habe, daß gerade diese ihre Aufgabe nicht (wissenschaftlich begründet, wie das nötig ist) erfüllen. Nachdem den Drogenbeauftragten diese Aufgaben nicht primär, sondern durch Delegation über den Minister zugekommen sind, unterliegen sie der Aufsicht durch Ihr Ministerium. Diese Aufsichtsbehörde habe ich in meinem Schreiben angesprochen und eine Bibliographie beigelegt, die Sie mit keinem Wort erwähnen.
Sie sprechen auch von dem Votum der Beraterkommission der "Bundesopiumstelle" auf die sich Ihre Beauftragten wie Sie schreiben "stützen konnten”. Wenn es sich dabei um das Votum vom 17. Mai 1973 handelt, läßt sich gerade dieses weder heute noch in der Retrospektive wissenschaftlich begründen, wenn doch, dann bitte ich um Wortlaut und wissenschaftliche Begründung.
Nachdem Sie Herrn Dr. Damminger, von dem ich schrieb, daß er für eine lege artis Behandlung ins Gefängnis kam, wie ich weiß, auch persönlich kennen, wird Ihnen auch klar sein, daß mein Schreiben nicht ein Zeichen der Anmaßung, sondern ein Akt der Notwehr ist. Wo kommen wir hin, wenn Ärzte, die sich an wissenschaftlichen Publikationen orientieren und der eigenen reellen Erfahrung folgen ins Gefängnis geworfen werden? Ich bitte Sie daher, zu überlegen, ob Sie etwas zur Rehabilitation von Dr. Damminger tun wollen, anstatt sich schützend vor "insbesondere auch .. bislang als begründet anerkannte therapeutische Ansätze" zu stellen. Soweit auch ich Ihre Aufgaben verstehe, steht der Dienst an Gesundheit und Leben der Süchtigen höher als der Dienst an der Bewahrung therapeutischer Ansätze, insbesondere, wenn diese wissenschaftlich überholt sind eben weil sie Gesundheit und Leben der Kranken nicht wirksam genug zu schützen vermögen.
Mit den besten Empfehlungen, Ihr Dr. Johannes Kapuste ********************************************************************************* ****************************************************************
*mailto:hannes.kapuste@t-online.de
Zum Schluss sei noch vermerkt, dass Dr. Kapuste auf diesen seinen letzten Brief an Prof. Franke vom Bundesministerium, keine Antwort mehr erhielt. Des Doktors Kommentar dazu lautet: "Ich bekomme auf klare Briefe nie Antwort von solchen Leuten..."
INTRACEREBRAL Die Morphinistenseite
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