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Dr. HANNES KAPUSTE:
Wohl eine der größten Kapazitäten des Landes, auf dem Gebiet der Suchtbehandlung. Am Arbeiten gehindert durch korrupte Elemente innerhalb Wissenschaft und Rechtssprechung.


Themen:
Eugenik als Hintergrund unserer Drogenpolitik?
Böse Folgen eines BGH Fehlurteils
Menschen, die keinen Arzt mehr finden.
Die verborgene Norm
Familientherapie und Schizophrenie
Therapie in der Familie
Schizophrenie eine körperliche Erkrankung?
Familientherapie und Psychiatrie
Alchimie des Gemüts
LSD gilt nicht als Heilmittel
Medizinisch nutriologische Grundlagen
Risikoträchtige Relikte
Histamin und die Methadonbehandlung
Medizinische Differenzierung Heroinsuchtproblem
ZUR PSYCHOLOGIE DER SUCHT
Persönlichkeit und Herkunft Heroinabhängiger
Aufschlussreicher Briefwechsel
Der verheerende Einfluss des Patentrechts
Pointierte Thesen und Tatsachen zum Heroin Problem
Das Geheimnis der sogenannten Heroinsucht
Pyrrolurie - Vit. B6 & Zink
Neuroleptika im Vergleich zu "Drogen"


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Das Geheimnis der sogenannten Heroinsucht



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I N H A L T 

Das Geheimnis der sogenannten Heroinsucht

In der Sucht Gefangene

Literatur



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D A S   G E H E I M N I S   D E R   S O G E N A N N T E N   H E R O I N S U C H T 

Die Pharmakologen haben immer gewusst, dass unter normalen Umständen die Gewöhnung an hohe Dosen von Opioiden nicht in eine schwer zu heilende Abhängigkeit führt. Die Epidemiologie der Heroinsucht bei gesunden und von der amerikanischen Armee in Vietnam gesund ernährten Soldaten hat eindeutig erwiesen, dass dies auch in "großen Versuchen" so ist, In einer Stichprobe von knapp 500 US-Soldaten, die in Vietnam süchtig waren und von sich aus nicht aufhören konnten, Heroin zu nehmen, hatten ein Jahr nach ihrer Entlassung nur noch 2% Opioide im Urin (Robbins 1974). Die deutschen psychiatrischen Lehrbuchautoren dagegen haben immer bestritten, dass Heroinsüchtige wieder entzogen werden können. Was dabei verborgen bleibt, ist in den Gremien der New York Academy of Sciences und der Max-Planck-Institute für Psychiatrie klar: Opioide sind für Schizophrenien (Verebey 1982) und für Depressionen (Weber 1987) heilsame Substanzen (die eben keine hirnschädigenden Nebenwirkungen haben). Damit soll hier nicht gesagt werden, dass Schizophrenien und Depressionen im Normalfall mit Opiodien zu behandeln sind. Dem Arzt sollte aber so viel klar sein, dass es viele Süchtige gibt, die richtig erkennen, dass die Opiate bei ihnen eine heilsame Wirkung haben, die deutlich besser ist, als die von Psychiatern verwendeten Antipsychotika und Antidepressiva.

Das Studium dieser Literatur und die Beobachtungen bei der schrittweisen Entzugsbehandlung von mehr als 400 opioidabhängigen Patienten in einer Kassenpraxis in München (1975-78, 1983-86), haben dem Autor dieses Vorworts gezeigt, dass fast alle unserer sogenannten Heroinsüchtigen Kranke sind, die - wenn sie sich schon nicht selbst mit Opiaten behandeln sollen - einer besseren Behandlung für ihre Depressionen und Schizophrenien (sowie Allergien und multiplen chemischen Sensibilitäten) bedürfen (Kapuste 1988, 1987). Diese Auffassung steht freilich in krassem Gegensatz zur öffentlichen Meinung und zur herrschenden psychiatrischen Lehre.

Es war keineswegs so, dass alle Ärzte und Psychiater, die sich mit der Behandlung der Heroinsucht befassten, die heute herrschende Meinung vertraten. Bis zum 24. Januar 1974 war nach pharmakologischen Lehrbüchern und der "Verordnung über das Verschreiben Betäubungsmittel enthaltender Arzneien und ihre Abgabe in den Apotheken vom 19. Dezember 1930 und folgenden völlig klar, dass man Heroinsüchtige lege artis mit Methadon substituiert und dann schrittweise entzieht. Da das praktisch gut durchführbar war, haben es viele Ärzte auch getan. Erstaunlicherweise hat sich aber bei allen Prozessen gegen Ärzte in Deutschland eine kleine elitäre Gilde von Fälschern durchgesetzt, die auf deutsch das Gegenteil von dem schreiben, was sie auf englisch gelesen (Wanke und Täschner 1977) oder selbst publiziert haben (Keup 1972, 1973). Dieser Erfolg war bis in die höchsten Instanzen nicht aufzuhalten (Kapuste 1994a).




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I N   D E R   S U C H T   G E F A N G E N E 

Mit der Einnahmekontrolle kommt es nämlich immer zu einer täglich nur einmal gegebenen Dosis. Bei einer Wirkungshalbwertszeit von etwa 15 Stunden wird dabei das Methadon natürlich im Tagesrhythmus zuerst zu hoch dosiert - was die Toleranz erhöht -, dann in der Nacht aber schließlich zu wenig Wirksamkeit zeigen - was die Süchtigkeit steigert. Diese hohen täglichen Wirkungsschwankungen fördern aber nicht nur die Süchtigkeit. Wegen der nächtlichen Schlafprobleme greifen die meisten Behandelten zu weiteren Drogen: zu Alkohol, Barbituraten und Tranquillizern mit der bekannten Folge der Polytoxikomanie (Haffke 1988).

Ein Entzug ist bei der täglich nur einmal gegebenen Dosis praktisch unmöglich, weil man dazu genauer dosieren, die Tagesschwankungen also wegnehmen muß. Um aber täglich drei- bis viermal eine Dosis zu geben, benötigte man - wenn man den Süchtigen nicht stationär behalten kann - wieder das deutsche Verschreibungsprinzip (Haffke 1988), das der Bundesgerichtshof verdorben hat. Böse Folgen eines BGH Fehlurteils







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L I T E R A T U R 

Robbins, Lee N: Drug Use by U.S.Army Enlisted Men in Vietnam: A Follow-up an their Return Home, Amer J Epidemiol, 99,4, 235-49, 1974.
Verebey, Karl (Ed.): Opiates in Mental Illness. Ann New York Acad Sci, Vol 398, New York 1982.
Weber, Matthias (Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München): Die Opiumkur in der Psychiatrie. Sudhoff's Archiv, 71(1):31-81, 1987.
Wanke K, Täschner KL: Nervenfachärztliches Gutachten zur Frage "ob die Anwendung von Polamidon zur Behandlung heroinabhängiger Personen ärztlich begründet ist" Az: 338 Js 16080/78 beim Landgericht München 1, 9.11.1977. (vergl.: Begründung des Vorwurfs der Befangenheit durch den Angeklagten, Dr. Johannes Kapuste, vom 23.9.1978)
Keup, Wolfram: Drug Abuse - Current Concepts and Re-search. Charles C Thomas, Springfield, Illinois, 1972. Keup, Wolfram: Methadon Erhaltungsprogramme - Die Verwendbarkeit von Polamidon für Suchtkranke in Deutschland. Dtsch Ärztebl 18, 1179-82, 3. Mai 1973.
Kapuste, Hannes: Medizinische Differenzierung des Heroin-Suchtproblems. Wiener Zschr Suchtforschung 9(1-2):77-90, 1988.
Kapuste, Hannes: Histamin und die Methadonbehand- lung: Institut für Ausbildungsforschung, München 1987
Kapuste, Hannes: Menschen die keinen Arzt mehr finden. In Kapuste, Hannes. Mein Recht als Arzt auf Pflichterfüllung bei Behandlung psychischer Krankheiten - Ein Kampf seit 20 Jahren. Manuskript, Teil III, Institut für Ausbildungsforschung München 1994a
Professor Dr. jur. Bernhard Haffke: Beweisantrag V: Die Mitgabe von L-Polamidon zur dreimal täglichen Einnahme war nötig zur Bekämpfung der Politoxikomanie. 13. 8. 1988, Az.:223 KLs 333 Js 17792/84 und in Kapuste 1988b (10).
Professor Dr. jur. Bernhard Haffke: Beweisantrag VI: Erst mit der Mitgabe von L-Polamidon zur dreimal täglichen Einnahme war es möglich, die Dosis zu reduzieren. 13. 6. 1988, Az.:223 KLs 333 Js 17792/84 und in Kapuste 1988b (10).

Alle Rechte: Dr. med. Hannes Kapuste. München
mailto:hannes.kapuste@t-online.de



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