****************************************************************************************** In der allerersten Drogenberatungsstelle die ich jemals betreten hatte, es ist schon lange her, saß ein freundlicher junger Mann mit jovialem Äußeren hinter einem Schreibtisch. Der konnte einem alles, aber auch alles erzählen, über die verschiedensten guten, sogar Spaß machenden, aber verbotenen Arzneimittel ("Drogen"), deren Wirkung und Nebenwirkungen. Auf jede Frage, wusste er Antwort und kannte man ihn näher, verscherbelte er einem, quasi unterm Schreibtisch, zu günstigen Preisen auch kalifornisches LSD. An einen seiner Sprüche erinnere ich mich heute noch gut: "Sollte das Leben euch jemals vor die Wahl stellen, von Alkohol abhängig zu werden oder von Heroin, dann wählt Heroin. Das schadet euch wenigstens nicht".
Jahre später, ich war inzwischen 27 geworden, hatte ich eine Freundin im Alter von 14. Dem Mädchen war in der Schule zur Aufgabe gemacht worden, einen Aufsatz über "Drogen" zu schreiben. Sie kam damit zu mir und bat mich um Hilfe. Immerhin hatte ich schon die nötige Erfahrung. Wie, so fragte ich mich, soll das Mädchen über "Drogen" schreiben, wenn es noch nie welche genommen hatte? Ich rief bei einer Drogenberatungsstelle an und bat um Rat. Ich fragte, ob man am anderen Ende schon "Drogen" genommen hätte. Nein, hatte man noch nicht. (angeblich wenigsiens...). Woher soll Meine "Tochter", ich gab Ina als meine Tochter aus, an Information über "Drogen" kommen, wenn noch niemand welche genommen hat? Die Frau der Drogenberatungsstelle gab mir die Telefonnummer der Bundesopiumstelle. Doch auch dort, hatte noch niemand "Drogen" genommen. (Von all diesen Leuten hatten vermutlich schon viele einmal "Drogen" konsumiert. Nur saßen sie in einer Position, in der sie es nie zugeben konnten.) Seitens der Bundesopiumstelle war man bereit, mir schriftliches Material zukommen zu lassen. Ob die Menschen, die dieses schriftliche Material verfasst hatten, schon jemals "Drogen" konsumiert hätten, informierte ich. Nein, hatten sie nicht. Es handele sich um offizielles Informationsmaterial des Bundes. (In Anbetracht der Tatsache, dass die Toiletten des Bundestags mit Kokain verunreinigt sind, vielleicht doch vielversprechendes Informationsmaterial...?) "Also bleibt mir am Ende nichts anderes übrig", schloss ich das Gespräch, "als selbst "Drogen" zu nehmen um meiner Tochter hinterher erzählen zu können, was sie in ihrer Schularbeit darüber zu schreiben hat"? "Damit machen Sie sich strafbar", wurde mir eröffnet. Mit anderen Worten: Dem Mädchen wurde abverlangt, was inzwischen allen Schulkindern abverlangt wird, nämlich kritiklos die Antidrogenpropaganda des Bundes als letzte Wahrheit hinzunehmen und möglichst unverfälscht auswendig zu lernen um sie dann brav weiter erzählen zu können. Und über all dem schwebt der stets schlagbereite Knüppel des Faschismus. Ein Fehltritt nur, und man sitzt im Gefängnis. Eine feine Demokratie ist das, in der wir hier leben...-
Wer klärt uns aber nun wirklich auf, über die Wirkungen, Nebenwirkungen, Folgen, Langzeitfolgen der verschiedenen Substanzen, die wir, doof wie Schafe, alle unter dem Sammelbegriff "Drogen" zusammenfassen, wenn nicht solche Leute die das Zeug kennen, weil sie es schon viele Jahre eingenommen haben?
Unterdessen, waren Drogenberatungsstellen, egal ob privat finanziert, oder durch Bund, Land, Stadt, zu Zweigstellen und Exekutionsorten einer unmenschlichen Drogenpolitik geworden, in denen man das populäre politisch Lied des Tages sang. So erinnere ich mich, wie mir in verschiedenen Beratungsstellen vom Gebrauch des Methadons abgeraten wurde, mit dem Argument, man stürbe am Ende daran. Es war dies zu einer Zeit, da im Lande von Methadonsubstitution noch keine Rede war. Noch galt das Verabreichen von Methadon an Opioidabhängige als schwerer "ärztlicher Kunstfehler", den der Staatsanwalt mit drakomischer Strafverfolgung ahndete. Ich erinnere mich noch gut, wie die selben Drogenberater, die mir einst mit so abschreckenden Argumenten vom Methadon abgeraten hatten, einige Monate später mit feistem Lächeln ihrer Klientel die Tagesdosis Methadon über den Tresen reichen. Unterdessen hätten viele Leben gerettet werden können, hätten unsere Drogenberatungsstellen nur den Mut zu wahrem Informieren aufgebracht und weniger den Willen zur absoluten Dessinformation.
Ich durfte erleben, wie junge Heroin süchtige Frauen, die entziehen wollten und zu diesem Zwecke in Drogenberatungsstellen Hilfe suchten, zurückgewiesen wurden mit dem Hinweis, es ginge ihnen "noch nicht schlecht genug". Erst müssten sie sich noch "prostituieren", einige Jahre "auf den Strich gehen" und auch "einige Jahre in Gefängnissen sitzen". Erst dann wären sie reif, um geholfen zu werden. Sieht denn niemand, wie überaus menschenverachtend solche Ratschläge sind? Ich habe erlebt, wie "Suchtexperten" von Drogenberatungsstellen Eltern abhängiger Kinder rieten, sie sollen ihre Kinder aus dem Haus verstoßen und auf die Straße werfen und sollten ihnen keinerlei Unterstützung mehr zukommen lassen, weder finanzieller noch emotionaler Art.! Sieht denn niemand, wie menschenverachtend derlei Ratschläge sind? So, geht man nicht mit hilfsbedürftigen Menschen um! Auf solche Weise züchtet man Hass gegenüber der Obrigkeit oder unbedingten Gehorsam, beides unerwünschte Atribute in einer freien Gesellschaft. Derartig faschistoide Ratschläge empfindet man aber als "therapeutisch" wertvoll. Man hätte diesen hilesuchenden Frauen und Kindern aber auch einfach ihr Opiat lassen können, um vielleicht danach zu versuchen, sie behutsam wieder davon zu lösen. Aber das verbat, und verbietet nach wie vor, eine unmenschliche Drogenpolitik, die eher in Kauf nimmt, Tod, Elend und Unglück zu schaffen, als es seinen Bürgern wohl ergehen zu lassen!
Nach Einführen der Methadonsubstitution konnte ich beobachten, wie Mitarbeiter von Drogenberatungsstellen ihre ihnen anvertrauten, substituierten Menschen mit dem Zurückhalten des Methadons quälten. Kam ein Substituierter auch nur dreißig Sekunden nach Schließungszeit, auch waren Tür und Tor der "Beratungsstelle" noch offen und alle Mitarbeiter noch anwesend, bekam er kein Methadon mehr. Er wurde dieser dreißig Sekunden wegen, 24 Stunden lang der Hölle eines Methadonentzugs ausgesetzt. Das sei "therapeutisch wertvoll", erklären mir die Drogenberater und klimpern dabei milde mit den Augen. Dass es aber auch lebensgefährlich ist, verschwiegen sie ebenso milde. Sie meinten es ja nur gut, es würde "diesen Leuten" Pünktlichkeit beibringen. Ich hatte öfters Gelegenheit zu sehen, wann diese Drogenberater zur Arbeit erschienen. Mehr als die Hälfte, kam dabei regelmäßig zu spät. Aber freilich, ihnen musste man Pünktlichkeit nicht mit drakonischen Strafen beibringen. Sie, gehören ja nicht zum Untermenschentum des Morphinisten. Sie sind ja nicht "süchtig". Sie befinden sich nicht in dieser außergesetzlichen Lage in der Morphinisten sich befimden. Sie sind von gesünderem, edlerem Geblüt. Sie scheissen goldene Rosenblätter und atmen ausschließlich den Duft von Ambrosia...-
All diese, bis ins innere ihres Marks verdorbenen und korrumpierten Leute mit ihren unmenschlichen faschistoiden Einstellungen, sollten sich in Grund und Boden schämen für ihre Bereitwilligkeit, für eine Kruste Brot, -denn mehr ist die Bezahlung dieser "Experten" nicht-, hilflose Menschen derart zu misshandeln, um einer Drogenpolitik genüge zu tun, von der man ohnehim längst weiß, dass sie nur Reichen dient, aber nicht entrechteten Morphinisten. Es ist an der Zeit, dass Angelegenheiten behandlungs- und entzugswilliger Morphinisten, diesen bereitwilligen Folterknechten entnommen und in die Hände von passionierten und mitfühlenden Menschen gegeben werden! Oder besser nach, man ließe Angelegenheiten, die das Leben von Morpinisten betreffen, in Händen der Morphinisten!
Heutzutage, ist die Drogenberatungsstelle zu einer Art Agentur für die Therapie-Industrie geworden und zu einer Art Sozialverein, in dem man löblicherweise frische Spritzen bekommen kann, Kondome, Rat in rechtlichen Angelegenheiten und eine warme Suppe.
Dennoch würde unsere Drogen konsumierende Population weit länger und gesünder leben, verfügte man an diesen Stellen über das nötige Wissen und den nötigen Willen (und den nötigen Mut), Menschen über die tatsächlichen Folgen des Gebrauchs der verschiedenen Substanzen aufzuklären und auch darüber, welche ihrer Probleme tatsächlich von konsumierten "Drogen" kommen und welche von deren Verbot. Diese Grenze, verwischt sich allzu leicht und so geschieht es, dass Konsumenten den Umstand, dass sie im Gefängnis gelandet sind, ihren "Drogen" zuschreiben, diese Hornochsen, und nicht etwa einer faschistoiden Drogenpolitik...-
Alle Rechte INTRACEREBRAL Die Morphinistenseite
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