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KARLOS & Co. ERZÄHLUNGEN & KURZGESCHICHTEN:
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Knast Storys, Sucht & Szenen Geschichten, überwiegend von Karlos, Fantasie begabter Erzähler, pessimistischer Visionär, grundsätzlicher Misanthrop, Gelegenheits-Philanthrop und Initiator der Morphinistenseite...-
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Themen: |
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KNASTGESCHICHTEN
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Leben auf der Suchtstation H2
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Sterben auf der Suchtstation H2
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Abende der Suchtstation
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Unfall auf der Suchtstation H2
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Weihnachten auf der Suchtstation H2
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Im Strafbunker
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Kriminalfälle aus der Suchtstation H2
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Erinnerungen an H2
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Suchtstation H2
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Die Burg
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JVA Landsberg
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JVA Kaisheim
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Flucht aus dem Familienknast von F.
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Im Amsterdamer Gefängnis
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Ein Gefangenentransport
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Quasimodo
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Albert
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Der Stuhl an der Mauer
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REISEN
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Keats' Urlaub in Marokko
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London Town
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Marihuana auf Jamaika
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Vom Hindukush zum Eifelturm
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Mit Morphiumhydrochlorid im Paradies
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Tropische Szenerien
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Rückkehr ins Paradies
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Die Rampe zu Dachau
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Deutschlandreise
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Einladung nach X-Stadt
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VON MENSCHEN UND ANDEREN TIEREN...
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Von Ratten Joe und anderen Menschen...
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Jane, und die Asylantenstadt
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Der alte Hassan
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Johns Wohnbus
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Das Partyschiff
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Das Moormädchen
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Von Klausens Reichtum
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Annas Story
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Hells Angels
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SALLY
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Sylvia, oder die tödlichen Mühlen
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Dorothea
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Qualle
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Magere Zeiten...
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Wieder ein besonderer Fall...
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Der Fall Herbert...
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Das Beispiel "Walter"
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Beim Amsterdamer Arbeitsamt
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Paranoia im Park
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Im Sexclub
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Frankies Abgang
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Bone ist tot...-
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Hein de slager
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Erinnerungen an den Schauspieler W. Hefeteig
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Szenen einer Ehescheidung
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JAGDSZENEN
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Die Urinkontrolle
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Die Bullen
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Der Fall Lee
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Der Sprung
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Regnerische Zeiten
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Ein Grenzübergang bei Kleve
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Verfluchter Doppelmord
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Der letzte Apothekenüberfall
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Fabians Tod und mehr...
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Die Überdosis
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Kommissar Hanser und seine Jungs...
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Freitag der 13.
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Der Wixer auf dem Bahnhofsklo
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Methadon & Elend in Nürnberg
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Korruption
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Vom Kommissar & der Nummer 7
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Erzählungen & Kurzgeschichten 2
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Pedros Rache
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Die Regenbogengemeinschaft
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Das alte Lied...
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Bei der Musterung
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Das endgültige Ticket
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Codex Alimentarius
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Zeedijk, Amsterdam
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Spritzutensilien
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Am Amsterdamer Straßenstrich
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Ein Blick hinter die Coffeeshops
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Dort, wo man Hass sät...
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Der Ladenraum
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Der Surinamische Medizinmann
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Die Streckmittelindustrie
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Die Akha Khan Teestube
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Die Interviews der Morphinistenseite
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Kiffer wie Du und ich.
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Heroin mit Salzsäure
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Euro - Top Tour
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Bengali, und die Macht der Steine
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Amsterdamer Spirit
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Vergangene Früchtchen
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Der Fall Herbert...
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I N H A L T
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Der Fall Herbert... Zwischenspiel Im Malstrom Zwischenspiel II Weiter im Malstrom Wetterleuchten Swischenspiel III Im Trichter... Zwischenspiel IV Ein wenig Sonnenschein... ...und weiter im Trichter Zwischenspiel V Schluss
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D E R F A L L H E R B E R T . . .
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__________________________________________________________________________________ Dies ist eine fiktive Geschichte. Oder ist sie das??
Der Fall Herbert
Herbert ist schon als Kind immer sehr still gewesn. Seine Umgebung, und vor allem seine Eltern, interpretierten seine Stille allerdings als „gutes Benehmen“. „Der Junge ist still und aufmerksam“, sagten sie stets. Tatsächlich aber, konnte Herbert gar nicht aufmerksam sein. Dazu fehlte es ihm an Konzentration. Das war auch der Grund seiner Stille. Da er sich nicht konzentrieren konnte, war er nicht in der Lage zu erfassen, was um ihn her geschah. Er empfand deshalb seine Umgebung als verwirrend und sagte sich: Bevor ich mich in diese verworrene Umgebung einbringe, schweige ich lieber. ..-
Herbert gelang kein Kontakt zu seinen Mitmenschen. Auch nicht zu seinen Eltern. Er konnte die Signale, die Menschen gaben, nicht deuten. Dabei war es egal, ob es sich um verbale Signale handelte oder um Gesten und Körpersprachen. Sagten Menschen etwas, nahm Herbert sie deshalb beim Wort und begriff dabei oft nicht, dass das Gesagte viellicht nur metaphorisch gemeint war, nur eine Redewendung darstellte. Auch Gesten oder Körpersprache, konnte Herbert nicht deuten. Und da er sie nicht begriff, ignorierte er sie, ging einfach über sie hinweg, ging nicht darauf ein. So konnte es geschehen, dass jemand Herbert anlächelte und der einfach nur zurückblickte, ohne Reaktion, ohne dabei die Mine zu verziehen. Unter Menschen, fühlte Herbert sich überlastet. Sie gingen ihm auf die Nerven und so mied er sie, wo er nur konnte. Daraus entstand Herberts Einsamkeit und daraus Angst und Niedergeschlagenheit. All das äußerte sich in einer depressiven Grundstimmung. Aber so kannte man Herbert von Kindesbeinen an. Still, schweigsam und leicht zu hanhaben. Man erkannte in Herberts Verhalten nichts Außergewöhnliches...-
Später, in der Schule, war es um Herbert nicht anders bestellt. Nur hatte er inzwischen gelernt, seine Schwächen zu kaschieren, zu verbergen, zu überspielen. Das bedeutete zwar, dass sie weniger auffielen, aber nicht, dass er weniger an ihnen litt. Herbert war intelligent genug um zu erkennen, die zwischenmenschliche Kommunikation verlief bei seinen Mitmenschen völlig anders, als bei ihm. Die Menschen um ihn her, schienen einander in Vielem zu verstehen. Sie bezeugten einander Verständnis, Wärme und Sympathie. Diese Regungen konnte Herbert nicht nachvollziehen. Er empfand sie nicht, fand sie irritierend und konnte sie höchstens vortäuschen. ..-
Trotz dieser Schwierigkeit in zwischenmenschlicher Kommunikation, brachte Herbert gute Schulnoten nachhause. Lehrstoff, sofern logisch aufgebaut, deshalb nachvollziebar und des Erinnerns würdig, bereitete ihm keine Mühe. Aber alles musste mit Logik fassbar sein. Stak keine strengeLogik dahinter und erkannte man darin keine Zusammenhänge, troff solche Information von Herbert ab wie Wasser von einer Ölhaut. Deshalb war Herbert Fächern wie Geschichte oder Deutsch, eher abgeneigt. Sie waren Herberts Schwächen. Er konnte darin keine nachvollziehbare Logik erkennen. Mathematik dagegen, erschien Herbert wie Kinderspiel, wie ein Spiel mit Bauklötzen...-
Herbert las viel und mit Freude. Bald empfand er zu diversen Figuren verschiedener russischer oder französischer Romane innigere Beziehung, als zu realen Menschen seiner Umgebung. Herbert verbrachte viele Stunden alleine. Am liebsten irgendwo in freier Natur. Er hatte eine besondere Begabung für Fauna und Flora. Die Kommunikation mit einem alten Baum, anhand seiner allgemeinen Erscheinung, seiner Form und Rindenstruktur, fiel ihm leichter, als ein Gespräch mit seinen Nachbarn...-
Auf einer Lichtung im Walde, in der Nähe seiner elterlichen Wohnung, gab es einen Bombentrichter aus dem zweiten Weltkrieg. Dieser Bombentrichter hatte sich mit den Jahren mit Wasser gefüllt. Ein natürlicher Teich, war entstanden. Ganze Tage, bis in den späten Abend hinein, verbrachte Herbert am Ufer dieses Teiches. Er saß an dessen Ufer und starrte ins Wasser. Dabei erfreute er sich am Spiel des Lichts, das sich ergab, beleuchtete die Sonne das Wasser während der Stunden des Tages immer wieder aus anderem Winkeln. Herbert beobachtete das Leben und Treiben allerlei Getiers auf dem Grunde des Teiches. Dort gab es stille Bewohner, wie beispielsweise kleine Salamander, die ab und zu an die Oberfläche des Teiches ruderten, kurz Atem holtn um danach, eine Perlenschnur kleiner Luftblasen hinter sich lassen, wieder abzutauchen und unter dem Laub auf dem Grunde des Teiches zu verschwinden. Das beglückte Herbert mehr als Lesen, ja, mehr als alles andere dieser Welt...-
So lebte Herbert dahin, in seiner Depression nach glücklichen Momenten haschend. Einsam, doch erfolgreich, durchlief er die Schule und machte sein Abitur. Danach, wollte er Mathematik studieren. Auch andere Kinder aus Herberts Nachbarschaft, mit denen er bisher in eher lockerer Verbindung gestanden hatte, hatten ihr Abitur gemacht. Zur Feier des Anlasses, wollten sie ein Fest veranstalten, eine Party, nur für erfolgreiche Abiturenten, wie sie es waren. Auch Herbert , war dazu eingeladen worden.
Die Party verlief, wie Partys von Jugendlichen eben verlaufen. Es wurde viel geschrien, getanzt und getrunken. Spät in der Nacht dann, entschlossen sich einige der Partygäste zu einem ernüchternden Spaziergang in der frischen Nachtluft des nahegelegenen Wäldchens. Auch Herbert, der nichts getrunken hatte, Herbert trank nie Alkohol, ging mit. Es war eine schöne Nacht. Sterne funkelten vom wolkenlosen Himmel und ein voller Mond goss sein fahles Licht zwischen die Bäume des Wäldchens. Man kam auf eine Lichtung, es war die Lichtung mit Herberts Teich, und setzte sich dort am Ufer des Teiches ins Gras. Einer der Jugendlichen holte ein kleines Plastiktütchen voll grüner, getrockneter Pflanzenkrümel aus seiner Hosentasche und drehte fingerfertig eine lange, dicke Zigarette daraus. Schweigend und tief unter dem Eindruck der nächtlichen Stille, ließ man diese Zigarette untereinander kreisen. Auch Herbert, der ansonsten nie rauchte, zog einige Male daran. Danach rauchte man noch eine und danach noch eine dieser Zigaretten. Inzwischen war die Gruppe ausgelassen geworden, laut und fröhlich. Man lachte über die albernsten Dinge. Alle Welt, erschien einem plötzlich in einem schrägem, höchst lächerlichem Lichte. Auch Herbert lachte. Noch nie zuvor, hatte er sich so ausgelassen gefühlt, so leicht, heiter, unbeschwert und ausgelassen in seinen Gedanken. Wird Zeit mit Freude gefüllt, verläuft sie rascher als gewöhnlich. Bald schon sahen die jungen Menschen, erstaunt und voller Ehrfurcht, den rotgoldenen Ball der Sonne hinter den Wipfeln der Tannen erscheinen. Sie hatten die ganze Nacht durchwacht. Müde, doch beglückt, machten sie sich auf den Nachhauseweg. Herbert allerdings, blieb zurück. Der genoss noch des Sonnenaufganges und des taufrischen Tageslichts, schillernd und bewegt, in den Tautropfen im Grase, auf den Zweigen der Tannen und auf der Oberfläche seines Teiches…-
Für die jungen Menschen, war diese Nacht im Walde nichts Besonderes. Schön, war sie. Doch jetzt, winkte ein neues Leben! Nur für Herbert, gewann diese durchwachte Nacht eine besondere Bedeutung. Für ihn war sie der Umschwung eines ganzen Lebens. Noch nie zuvor, hatte er sich so frei und beschwingt gefühlt, so leicht und unbeschwert. Bis zu dieser Nacht hatte Herbert noch nicht mal gewusst, dass solche Gefühle für ihn möglich waren. In dieser Nacht war er aus der Düsternis seines früheren Daseins gehoben worden, war alles Beschwerliche von ihm gefallen. Jetzt galt ihm nur noch eines: Er musste diese Gefühle weiterhin erleben. Ja, am besten schien ihm, er fühlte sich von nun an nur noch so leicht und unbeschwert, wie in jener Nacht. Jede Stunde, in der er fortan dieses unbeschwerte Dasein entbehren musste, jede Stunde, die er noch in seiner alten, gewohnten Düsternis verbringen musste, erschien ihm als sündhafte Vergeudung seiner kostbaren Lebenszeit. Herbert war klug genug zu wissen, dass das Kraut, dass man in jener Nacht geraucht hatte, Quell seiner Glücksempfindung gewesen ist. Dieses Kraut, galt es nun zu beschaffen. Dieses Kraut musste her und am Besten gleich so viel davon wie möglich...-
Wie sich zeigte, war das Beschaffen des Krautes einfacher, als Herbert anfangs gedacht hatte. Es war nur Geld nötig, um es zu beschaffen. Ingo, ein Mitschüler Herberts, aus dem Stadtteil jenseits der Eisenbahnbrücke, zog das Kraut im Dachstuhl seines Hauses unter elektrischen Lampen. Ganze Tüten voll, hatte der davon. Herbert erwarb eine Handvoll des getrockneten Pflanzenmaterials und begab sich damit nachhause..- . Schon durch die Tüte, verbreitete das Pflanzenmaterial seinen typischen Geruch. Rauchte man es, roch es noch intenser. Deshalb kam nicht in Frage, es etwa im Wohnzimmer der elterlichen Wohnung zu rauchen. Deshalb begab Herbert sich zum Rauchen auf seine Waldlichtung...-
Die Tage vergingen und wurden zu Wochen und Monaten. Herbert rauchte das Kraut inzwischen mehrmals täglich. Er war bereits Ingos bester Kunde geworden. Im Gegensatz zu seinen Mitschülern von damals, von denen die Meisten das Kraut nur in Gemeinschaft genaßen, rauchte Herbert es auch gerne allein. Und da er ohnehin meist alleine war, rauchte er fast ausschließlich in seiner Einsamkeit. Eigentlich wünschte Herbert, zu jedem Zeitpunkt so kräftig wie möglich unter dem Einfluss des Krauts zu sein...-
Anfangs, hatte Herbert sich durch das Kraut noch erleichtert gefühlt, erheitert, beschwingt und unternehmungslustig. Doch je länger er rauchte, bedrückte es ihn immer mehr. Herbert verlor stets mehr den Kontakt zu seinem inneren Selbst. Bald war seine Persönlichkeit nur noch Vordergrund und kannte keinerlei Tiefen mehr. Schlimmer noch, ihm schwand immer mehr die Grenze zwischen seinem Unterbewusssen, dem Gebiet, in dem die Träume entstehen, und seiner fassbaren Umgebung. Befragt nach den Vorzügen seines Geschmacks, antwortete Herbert immer häufiger, "Ich weiß nicht, was mir besser gefällt, dieses oder jenes. Auch erschien es Herbert, als empfände er neuerdings unter der Wirkung des Krautes seine Probleme von früher wieder, und in verstärkten Maßen. Mit dem Rauchen aufhören, wollte er dennoch nicht. So skurril, so beklemmend und beängstigend seine Empfindungen unter der Einwirkung des Krautes auch wurden, er fühlte sich auf fremdartige Weise "zuhause" in gerade diesen Gefühlen. Es schien, als linderte nun das Kraut nur noch unmittelbar nach dem Rauchen für kurze Zeit seine ursprünglichen, ihm eigenen schmerzhaften Empfindungen, nur um sie bald danach um so stärker wieder hervor treten zu lassen. Diese kurzen Momente der Linderung aber waren es schließlich, die Herbert weiterhin am Rauchen des Krautes hielt. Der Gedanke, er könne plötzlich völlig ohne die Wirkung des Krautes sein, versetzte ihn in schweißtreibende Panik...- Tief im Herzen fühlte Herbert längst, das Rauchen seines Krauts ließe er besser sein, doch er rauchte es dennoch weiter. Selbst als er einsehen musste, es ging ihm dadurch auf immer längere Dauer immer schlechter und schlechte, er rauchte weiter. Es waren diese immer kürzer werdenden Momente der Linderung, unmittelbar nach dem Rauchen, die ihn eisern daran festhalten ließen. Herbert hätte längst an der Universität sein sollen. Seinen Eltern redete er ein, er bräuchte noch einige Zeit der Vorbereitung und innerer Besinnung. Unterdessen aber, kapselte er sich gegenüber seiner Umwelt und insbesondere gegenüber seinen Eltern, die mit großer Sorge seinen offensichtlichen Wandel bemerkten, immer mehr ab.
Bald konnte Herbert überhaupt nicht mehr unter Menschen sein. Menschen verunsicherten ihn, machten ihm Angst. Panik und Schweißausbrüche überfielen ihn, musste er in einen Laden, etwa in einen Supermarkt, um einzukaufen. Um solche Ängste zu vermeiden, verbrachte er seine Zeit mehr und mehr alleine in seinem Zimmer. Eigentlich verließ er es nur noch, um Kraut zu erwerben, oder, um es im Freien zu rauchen. Bei schlechtem Wetter, rauchte er nun auch schon mal zuhause. Damit seine Eltern nichts davon röchen, rauchte er es in seinem Zimmer vor geöffnetem Fenster.
Bald konnte Herbert, ohne das Kraut zu rauchen, nicht mehr schlafen. Rauchte er, bevor er zu Bett ging, schlief er danach zwar, aber anders als früher. Er schien unter dem Einfluss des Krautes nicht mehr dieselbe Erholung aus seinem Schlaf zu gewinnen, wie es sonst immer der Fall gewesen ist. Aus diesem Grunde war Herbert tagsüber grundsätzlich müde, ohne Energie und ohne Unternehmungslust...-
Eines Abends, Herbert hatte gerade eine Zigarette seines Krautes beendet und zu einem Buch gegriffen, hörte er Stimmen durch die Wand seines Zimmers. Um zu verstehen was gesprochen wurde, legte Herbert sein Ohr an die Wand. Deutlich vernahm er die Stimmen mehrerer Menschen. Aber so sehr er sich auch bemühte, was gesprochen wurde, konnte er nicht verstehen. Dennoch kam ihm der Verdacht, er selbst, sei womöglich Gegenstand dieses Gespräches. Herbert nahm eine Pappkartonröhre zur Hand, in der sich Poster befunden hatten. Er drückte die Öffnung der Röhre gegen die Wand und hielt sein Ohr an das andere Ende. Nun hörte er die Stimmen zwar wie durch eine Röhre gesprochen, aber was gesprochen wurde, verstand er trotzdem nicht. Es musste sich um die Stimmen seiner Eltern handeln, die er hörte. Kein Zweifel. Außer ihm und ihnen, war schließlich niemand im Haus. Oder? Aber Herbert hörte mehr als nur zwei Stimmen. Sprachen seine Eltern etwa mit anderen Leuten über ihn? Hätte Herbert sich ein wenig besonnen, er hätte bemerkt, die Stimmen drangen durch die Außenwand des Hauses, auf deren anderer Seite sich nichts weiter als ein leerer umzäunte Garten befand. Doch Herbert, kam nicht zur Besinnung. Besinnungslos vor Misstrauen und schwer zu unterdrückendem Zorn, stürmte er schließlich ins Wohnzimmer zu seinen Eltern und konfrontierte sie lauthals mit seinem Verdacht. Herberts Mutter, die nicht wusste, worum es ihrem Sohne ging und weshalb er sich so erregte, stand auf um ihn zu beschwichtigen. Herbert allerdings, begriff dies als einen Versuch des Angriffs. Er holte aus und schlug seine Mutter zu Boden. Danach rannte er, verworren und geängstigt durch das Geschehen, orientierungslos aus dem Haus. Herbert rannte die Straße hoch und entlang eines schmalen Weges, der zum Wald füjrte. Unterdessen rief Herberts Vater einen Krankenwagen für seine Frau herbei. Der Krankenwagen kam in Begleitung eines Streifenwagens der Polizei. Fassungslos, schilderte Herberts Vater, was sich zugetragen hatte.
Die Polizei fand Herbert schließlichauf einer Lichtung im Walde. Dort saß er, am Ufer eines kleinen Teiches, verworren zwar, doch friedlich und ansprechbar. Zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit seiner Umgebung, wurde Herberts Unterbringung in ein psychiatrisches Krankenhaus angeordnet. Noch am selben Abend hatte Herbert Gelegenheit zu einem eingehenden Gespräch mit Herrn Doktor Ekelmann, Stationsarzt der geschlossenen Abteilung des zuständigen Landeskrankenhauses. Während dieses Gespräches. sowie während all der noch folgenden Gespräche mit Doktor Ekelmann, verschwieg Herbert mit böser Vorahnung wohlweislich den Konsum seines Krauts...-
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Z W I S C H E N S P I E L
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Millionen von Menschen in aller Welt, konsumieren Cannabisprodukte, viele von ihnen täglich und über viele Jahrezehnte hinweg. Und es schadet ihnen nicht. Einer geringen Zahl, schadet es aber sehr wohl. Dies wird von jenen, die für eine legale Freigabe des Krauts plädieren, gerne unter den Teppich gekehrt. Tatsache ist, es gibt diese geringe Zahl derer, denen der Konsum des Krautes schadet. Tatsache ist aber auch, dass deren (noch) geringe Zahl ein weiteres totales Verbot des Krauts in keiner Weise rechtfertigt. (Manche Menschen sterben, sobald sie Erdüsse essen. Trotzdem fiele niemand ein, deswegen weltweit Erdnüsse zu verbieten...) Das Züchten THC potenterer Cannabissorten in den letzten 30 Jahren, führte eindeutig zu einem verstärkten Auftreten von Cannabis geförderten Psychosedurchbrüchen. Das bedeutet nicht, dass man es deshalb verbieten muss. Es bedeutet nur, dass man dies Wissen gegenwärtig haben sollte, wenn man davon genießt oder es sonstwie anwendet...-
So ähnlich verhält es sich mit allem, was man unter dem Sammelbegriff "Drogen" zusammenfasst, seien es Peppmittel, Kokain, Opiate, Halluzinogene oder allerlei Medikamente. Der Variationsreichtum des humangenetischen Pools bringt es naturgemäß mit sich, dass eiine geringe Zahl von Menschen durch den Konsum psychotroper Substanzen unerwünschte Reaktionen erfahren kann. Wer kennt seine genetische Beschaffenheit von vorneherein so gut, dass er mit Sicherheit von sich behaupten könnte: Ich gehöre nicht zu dieser geringen Zahl? Noch, kann das niemand wahrheitsgemäß von sich behaupten. Deshalb bleibt der Konsum psychotroper Substanzen, unabhängig davon ob legal oder illegal, vorerst noch für jeden, ein mehr oder weniger reales Spiel mit der Gefahr, ein Aer des Russischen Roulettes...-
Es ist traurig, dass heute viele Menschen ihrer eigenen Wahrnehmung nur dann Glauben, schenken wird sie durch das Ergebnis wissenschftlicher Untersuchungen, durch die Meinung eines"Experten", gestützt. Man pfeife lieber auf alle Expertenmeinungen und kehre wieder zurück zur eigenen Wahenehmung. Sie hat uns viele Tausend Jahre gute Dienste geleistet. Sie wird das auch weiterhin tun...-
Verließe man sich weniger auf Expertenmeinungen, wäre die Frage, ob Cannabisprodukte Psychosen förderten, zumindest unter Cannabiskonsuenten, längst geklärt. Dazu bedarf es nur, sich offenen Sinnes und offenen Geistes unter Cannabiskonsumenten umzusehen...
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I M M A L S T R O M
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Doktor Ekelmann beobachtete Herbert mehrere Wochen lang. Er unterhielt sich mehrmals mit Herberts Eltern und auch mit seinen Lehrern. Dadurch kam er zu dem Schluss, Herbert hatte schon als Kind mehrere verschwommene Symptome von Aspergers Syndrom, sowie Anzeichen latenter paranoider Schizophrenie. Er vermutete, dass ein Ereignis der jüngsten Vergangenheit, einen Durchbruch der paranoiden Schizophrenie gefördert hatte. Doch welches Ereignis der jüngsten Vergangenheit das war, blieb Doktor Ekelmann vorerst schleierhaft...-
Doktor Ekelmann beschloss, vorerst medikamentös vorzugehen. Er verordnete Sefrantill und Haldol in solchen Mengen, dass Akiniton zum Dämpfen der Nebenwirkungen eingesetzt werden musste, Gegen Herberts Depressionen verordnete er zusätzlich Lachmaldal.
Zehn Tage später, war Herberts Gesicht einseitig gelähmt und er fühlte sich schrecklicher, als jemals zuvor. Er führte dies auf die verabreichten Medikamente zurück. Als er deshalb die Einnahme seiner Medikamente ablehnte, wurde ihm nahegelegt, sie könnten notfalls auch mit Gewalt injiziert werden. Mit den Tagen und Wochen in Doktor Ekelmanns geschlossener Abteilung des Landeskrankenhauses, kam Herbert mehr und mehr zu dem Schluss, man behandelte hier seine Erkrankung gar nicht, man bestrafte ihn lediglich dafür, dass er sie hatte...-
Als Herbert endlich entlassen wurde, kamen seine Eltern, um ihn abzuholen. Selbst zu Zeiten, da er sich aufgrund seiner Erkrankung und seiner Einsamkeit elend gefühlt hatte, war es ihm nicht so schlecht ergangen. Herbert schien, als sei ihm die Verbindung zu seinem Innenleben endgültig abgeschnitten worden, als wäre dorthin jeder Zugang verschüttet. Er fühlte sich wie der Vorwand einer Person, zweidimensional wie ein Abziehbild, eine Marionette, deren Fäden sich in den Händen geheimnisvoller Fremder befanden. Aufgrund von Nebenwirkungen seiner Medikamente, verspürte Herbert extreme Mundtrockenheit. Auch konnte er die Muskulatur seines Unterkiefers nicht mehr kontrollieren. Deswegen stand ihm ständig der Mund offen. Aufgrund leichter Gleichgewichtsstörungen und einer allgemeinen Unsicherheit seiner Motorik, fühlte Herbert sich angeregt, um sein Gleichgewicht nicht zu verlieren, beim Gehen seine Arme nach vorne zu strecken. Laat Doktor Ekelmanns Meinung, befand Herbert sich eindeutig auf dem Wege der Genesung. Mit gesenktem Kopf, offenen Mundes, benommen die Arme nach vorne streckend und wankend vor Gleichgewichtsstörungen, ein frisch dem Grabe entstiegener Guhl, so lief der eindeutig genesende Herbert auf das Auto seiner Eltern zu. „Aber ja, Frau Schriedel“, hörte Herbert Herrn Doktor Ekelmann zu seiner Mutter sagen. „Es geht ihrem Sohn jetzt wieder ausgezeichne. Viel besser, als zuvor. Achten sie aber vor allem darauf, dass er weiterhin seine Medikamente einnimmt“...-
Herbert versuchte sich zu konzentrieren, um herauszufinden, wo in ihm der Kontakt zu seinem Innenleben lag. Aber es kostete ihn zu große Mühe, auch nur einen deutlichen Gedanken zu fassen. Versuchte er es und hatte er den angepeilten Gedanken beinahe schon zu fassen, schwenkte sein Gedankengang wie von fremder Hand gesteuert ab und bewegte sich selbstständig und unkontrolliert, in eine andere Richtung. Es wollte Herbert nicht gelingen, seine Mutter davon zu überzeugen, dass sein gegenwärtiger Zustand Folge der Nebenwirkungen seiner Medikamente war. Sie blieb felsenfest auf dem Standpunkt, es handele sich dabei um Symptome seiner ursprünglichen Erkrankung, die schwinden würden, würde er nur weiterhin regelmäßig seine Medikamente einnehmen. Deshalb ging Herbert eines Tages auf eigene Faust los, um den Neurologen Herrn Doktor Hinterhalt aufzusuchen.
Doktor Hinterhalt zeigte viel Verständnis für die Klagen Herberts, hinsichtlich der Nebenwirkungen seiner Medikamente. „Obwohl es sich dabei natürlich um ausgezeichnete Arzneien handelt“, erklärte Doktor Hinterhalt, „kommt es hin und wieder, aber nur in ausgesprochen seltenen Fällen, doch mal vor, dass der eine oder andere nicht so gut auf sie anspricht und unerwünschte Reaktionen zeigt“. Für solche Fälle hielt er, Hinterhalt, die modernsten atypischen Neuroleptika und trizyklischen Antidepressiva bereit. Doktor Hinterhalt empfahl, die alten Medikamente sofort abzusetzen und an ihrer Stelle lieber die neuen, die atypischen Neuroleptika, wie beispielsweise "Pisskoppan", "Knacksol Forte" und das trizyklische Antidepressivum "Ballerol Retard" einzusetzen...-
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Z W I S C H E N S P I E L I I
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Die modernen, so genannten "atypischen Neuroleptika" und trizyklischen Antidepressiva können, über längere Zeit eingenommen, nicht weniger verheerend wirken, wie die alten Neuroleptika und Antidepressiva. Sie üben nur ihre verheerende Wirkung subtiler aus. Man sehe sich vor, vor diesen tückischen molekularen Verbindungen! Korrumpiert und den Pharmaunternehmen dienend, hatte die FDA, the food and drug administration der Vereinigten Staaten, l-Tryptophan, eine essentielle Aminosäure und Vorstufe des Serotonins, des Melatonins und des Niacins für die Behandlung von Depressionen NICHT zugelassen, das Antidepressivum „Prosac“ dagegen schon. In der Folgezeit begangen Jugendliche unter dem Einfluss von "Prosac", quer durch die USA, von der Ostküste bis zur Westküste, Selbstmord oder liefen Amok und ermordeten ihre Mitmenschen, Mitschüler/innen nebst Lehrpersonal...-
Jahrzehntelang weigerte die Psychiatrie und die Pharmakologie sich zuzugeben, dass sie mit ihren Medikamenten die Lebensqualität ihrer Patienten derart drastisch reduzierten, dass viele von ihnen den Freitod suchten. Erst als immer mehr Patienten mündig geworden waren, informiert und aufgeklärt, und sich dem Zugriff der Psychiatrie entzogen, gab man sich "humaner" , fand und verabreichte sogenannte "atypische" Antipsychotika / Neuroleptika. Davon behauptet man nun, sie erhielten den Patienten die Lebensqualität. Von einer Lebensqualität allerdings, wie sie eine Behandlung psychiatrischer Patienten mit Opioiden / Opiaten bringen könnte, sind auch diese neu gefundenen Stoffe, wie überhaupt die gesamte Psychiatrie, noch weit entfernt...-
Während der Behandlung mit Medikamenten der Psychiatrie, kommt so mancher Patient zu dem Schluss, seine Erkrankung würde eigentlich gar nicht behandelt. Vielmehr würde er mithilfe dieser Medikamente dafür bestraft, seine Erkrankung zu haben. Solche Einsichten kommen nicht von ungefähr. Sie entsstehen aus dem letzten Aufflackern der Vernunft, leidender Menschen.
Nicht alle Psychopharmaka seien hier rundweg verworfen. Es gibt gewiss das eine oder andere Präparat, das positive Wirkung entfalten kann, wendete man es korrekt an. Korrekt, hieße meist: "Nicht zu hoch dosieren" und meist auch: "Nicht zu lang einsetzen". Nur allzu oft geschieht das Gegenteil. Warum? Weil die Psychiatrie prinzipiell mehr dazu neigt, ihre Patienten zu quälen und ihnen zu schden. Man sehe sich doch die Geschichte der Psychiatrie an. Mord und Folter, springen einem in die Augen dabei!
Welcher psychiatrische Patient in Behandlung mit Psychopharmaka kennt nicht das zwiespältige Gefühl das sich einstellt, fühlt er einerseits wie die Medikamente ihm schaden und hört andererseits seinen Arzt versichern, sie vollbrächten Wohltaten?
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W E I T E R I M M A L S T R O M
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Aus seinem Besuch bei Doktor Hinterhalt, schöpfte Herbert Hoffnung. Brav, setzte er Doktor Ekelmanns Medikamente ab und nahm fortan die von Doktor Hinterhalt verordneten ein. Zwei Wochen später litt Herbert an extremen Schweißausbrüchen. Dadurch stank er, wie ein Iltis. Kein Deodorant, konnte diesen Geruch überdecken. Betrat Herbert das elterliche Wohnzimmer, stand seine Mutter vom Sofa auf und öffnete stillschweigend das Fenster...-
Herbert wurde von Sehstörungen heimgesucht, die Lesen unmöglich machten. Es kam ihm vor, als blicke er ständig durch eine dicke, wabbernde Schicht weißen Rauchs. Herbert nahm an Gewicht zu. Man konnte ihm regelrecht dabei zusehen. Er wurde von Tag zu Tag dicker. Bald glich sein Gesicht einem runden Luftballon mit Augen, Ohren, Mund und Nase. Es handelte sich eindeutig um eine ungesunde Gewichtszunahme. Herberts Gewebe sah aus, als sei es mit Wasser gefüllt. Herbert litt an plötzlich auftretenden Herzrhythmusstörungen, die zuweilen panische Todesangst auslösten. Herbert bekam Verstopfung, wie er sie noch nie zuvor gekannt hatte. Dadurch schiss er an manchen Tagen kleine harte Krümel, wie ein Hase, oder ein Korintenkacker, oder er gab unzählige, steinharte, kugelrunde Körner verschiedenster Größe von sich. An anderen Tagen wieder, schiss er, wie ein Rehbock, unzählige steinharte, längliche Zapfen. An manchen Tagen schien ihm schier, jemand zöge ihm mit Gewalt einen überdimensionierten Apfel aus dem Arsch. Zudem sah Herbert sich, je länger er die Einnahme von Doktor Hinterhalts trizyklischem Ballerol einhielt, immer öfter mit schwärzesten Depressionen konfrontiert. Immer öfters, hatte er gegen Selbstmordgedanken und Gedanken eines Amoklaufes anzukämpfen. Doch wie sehr er auch dagegen ankämpfte, sie wurden stets realistischer. Immer häufiger ertappte Herbert sich dabei, wie er über praktische Methoden des Selbstmordes nachdachte. Spränge man zum Beispiel vor einen fahrenden ICE, der mit 250 Sachen daher raste, der Tod träte gewiss so rasch ein, dass man nichts davon bemerkte. Es geschähe wie eine gewaltige Ohrfeige, die einen, Ruck Zuck, ins Jenseits beföderte. Was wohl geschähe, schluckte man alle Medikamente, deren man habhaft werden konnte, auf ein Mal? Alles zusammen genommen, fühlte Herbert sich mit Hinterhalts Medikamenten nicht sonderlich besser, als mit denen Doktor Ekelmanns...-
Herbert fühlte sich schrecklich verlassen, ratlos und äußerst ekelhaft. In diesem Zustande traf er eines Tages auf der Straße wieder auf seinen ehemaligen Schulkameraden Ingo. Auch der, hatte unterdessen harte Zeiten erlebt. Die Polizei, war eines Morpgens in sein Haus gestürmt, war auf den Dachboden gestiegen und hatte dort, unter elektrischen Lampen, einige Duzend frischer Cannabis Sämlinge angetroffen. Die Sämlinge und die elektrischen Lampen, war Ingo losgeworden. Dazu erhielt er eine Anklage wegen diverser Verstöße gegen das BtmG. Dafür aber, hatte er unterdessen etwas Neues entdeckt. Ingo war dahinter gekommen, dass den gewöhnlichen Blaumohnkörnern aus dem Supermarkt so viel Opium anhaftete, dass es sich durchaus lohnte, sie mithilfe heißen Wassers und einiger Zitronensäure davon zu befreien. Danach konnte man die gewonnene Opiumlösung durch eindampfen konzentrieren und bequem als eine Art Tee zu sich nehmen...-
Ingo nahm Herbert mit zu sich nachhause. Dort zeigte er Herbert seine jüngste Anschaffung, einen gläsernen Destillationsapparat. Ingo nahm zehn Tüten voll Blaumohnkörner aus seinem Küchenkasten und kippte deren Inhalt in einen Kochtopf. Dazu quetschte er den Inhalt zweier gelber Gummizitronen, wie es sie in Supermärkten zu kaufen gab. Danach füllte er den Topf mit Wasser und stellte ihn auf den Herd. Bald sah man, wie das Wasser im Topf zunehmend milchiger wurde. Nach etwa einer Stunde nahm Ingo den Topf vom Herd. Er goss den Inhalt durch ein großes, feinmaschiges Nudelsieb und trennte dadurch die Blaumohnkörner von der Flüssigkeit. Die Flüssigkeit, gab er in seinen Destillationsapparat, die abgefilterten Blaumohnkörner, warf er für die Vögel in seinen Garten. „Jetzt nur noch einige Minuten warten“, erklärte Ingo, „dann können wir das gute Zeug trinken“. Zwanzig Minuten später war die Flüssigkeit im Destillationsapparat so weit verdampft, dass der Rest bequem getrunken werden konnte. Der Sud schmeckte abscheulich. Dennoch war er, ruckzuck, gleich weggetrunken. Gute Medizin, hat nun mal bitter zu schmecken...-
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W E T T E R L E U C H T E N
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Dass Opium auf manche Menschen dramatische Wirkung haben kann, ist bekannt. Bei Menschen wie Herbert, wirkte es zusätzlich noch dramatisch erleichternd, weil es die Symptome bestehender Erkrankungen unterdrückt bzw. beseitigte und auch von den ekelhaften Nebenwirkungen seiner Medikamente nicht mehr viel übrig ließ. Es war, als fiele Schicht für Schicht, wie braune, angestorbene Blätter, von Herberts Seele ab, um zuletzt einen Kern zu offenbaren, so massiv und scheinend von Gesundheit, als bestünde er aus stählernem Gold. Wogen von Lust und Wohlbefinden, rollten über Herbert hinweg und entlockten ihm Seufzer puren Entzückens. Quellen schweren, dunkelroten Glücks brachen über ihn herein und spülten Wohlempfinden noch in die letzten Fasern von Herberts Dasein. Dies erst, war die Medizin, nach der es Herbert die ganze Zeit über verlangt hatte, die rt die ganze Zeit über nötig hatte. Damit erst, ließe es sich leben! Ingos erste Erfahrung mit Opiat, war nicht weniger dramatisch verlaufen. Auch er, hatte seine seelische Bürde zu tragen gehabt, ererbt von seinem Vater, der sein Leben lang gesoffen und an impulsiven Aggressionen gelitten hatte, an antisozialem Verhalten, Depressionen und dem manischen Drang, sich nach jedem Furz die Hände zu waschen und die Nase zu putzen. Nach seinem Tod hatte Ingos Mutter wieder geheiratet und war mit ihrem neuen Gatten nach Spanien gezogen. Ingo bekam das Haus in Deutschland und üppige monatliche Geldüberweisungen. Es war im Grunde ein Geschäft das darauf hinauslief: Wir geben dir ausreichend Geld. Du lässt uns in Ruhe und tust so, als gäbe es dich weiter nicht. Es war ein gutes Geschäft. Nach Herberts erstem Erlebnis und die Tatsache, dass er in Ingo jemand hatte, mit dem er darüber sprechen konnte, war es nur natürlich, dass die beiden gute Freunde wurden, geweihte Freunde des Opiats. Von nun an trafen die beiden sich wenigstens ein Mal am Tag, zu einer gemeinsamen Tasse Tee. Nach nur wenigen Tagen schien Herbert wie verwandelt. „Wie schön“, sagte eines Tages seine Mutter zu ihm, „dass du so wunderbar auf die Medikamente von Doktor Ekelmann ansprichst. Siehst du, es wird doch wieder alles gut werden“.
Nun, da die beiden Freunde entdeckt hatten, wie segenreich Opiat sich auf ihre beschwerten Seelen auswirkte, gingen sie auf die Suche nach Quellen. Dabei stießen sie auf Schlafmohn (Papaver somniferum), der in der ländlichen Gegend um ihre Heimatstadt am Rande von Getreidefeldern wuchs. Die Samenkapseln dieses Mohnes ließen sich, getrocknet und ihrer Samen entleert, ausgezeichnet zu alkaloidhaltigem Tee verarbeiten...-
Herbert und Ingo blühten auf, unter dem täglichen Einfluss des Opiats, Herbert entdeckte seine Qualitäten als Maler. Im Keller von Ingos Haus hatte er, mit Farben, Pinsel, Esel und guter Beleuchtung, ein Atelier eingerichtet. Dort schuf er mit der Zeit Werke, die sich in einer örtlichen Galerie sogar für Geld veräußern ließen. Herberts Leben war schön geworden, interessant und lebenswert...-
Der Sommer verging. Während der kalten Monate des Jahres, war in freier Natur kein Schlafmohn mehr zu finden. Zu allem Überfluss waren auch die potenten Blaumohnsorten aus den Regalen der Supermärkte genommen worden. Nun mussten Herbert und Ingo erkennen, dass ohne Arznei ihre alten Übel verstärkt wiederkehrten und damit nicht genug, kamen auch noch schwere Entzugserscheinungen hinzu. Auf ihrer Suche nach Opiat kamen die beiden schließlich dahinter, dass in ihrem Lande Opiate aufs Schwerste kontrolliert wurden. Nirgendwo waren sie erhältlich. Wohl gab es Schmerzpatienten, denen Opiate relativ problemlos ärztlich verordnet wurden. Nur das Wiedererlangen und Erhalten geistiger Gesundheit, von Lebensfähigkeit, Lebenslust und Kreativität, war in den Augen der Medizinmänner noch keine Gründe zum Verordnen von Opiat...
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S W I S C H E N S P I E L I I I
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Patienten mit chronischen Schmerzen erhalten in unserem Lande relativ problemlos Opiate. Die verordneten Opiate dürfen sie auch ohne weiteres mit nachhause nehmen. Chronische Schmerzpatienten dürfen auch ohne weiteres opiatabhängig sein. Zusammen mit seinem Patienten wägt der Arzt ab und entscheidet, ob die Vorteile der Schmerzfreiheit, die Nachteile einer Opiatabhängigkeit überwiegen. Kommt man zu diesem Schlusse, steht einer Verordnung von Opiaten nichts mehr im Wege. Hat ein chronischer Schmerzpatient allerdings eine Anamnese von Morphinismus, läuft er Gefahr, dass ihm, auch bei stärksten Schmerzen, opioide Schmerzmittel versagt werden. Wodurch wird das gerechtfertigt? Was geschieht nach Einnahme von Opiaten im Körper eines Patienten mit Anamnese von Morphinismus, was im Körper eines gewöhnlichen Schmerzpatienten nicht geschähe? Weshalb werden diesen Patienten Opiate vorenthalten und den anderen nicht? Im Gegensatz zu gewöhnlichen Schmerzpatienten, erlangen Schmerzpatienten mit Anamnese von Morphinismus mithilfe von Opiat möglicherweise nicht nur Schmerzfreiheit, sondern auch geistige Gesundheit und Lebenstüchtigkeit. Dies, ist ihnen bei Androhung drakonischer Strafen untersagt. Bei ihnen spielt es keine Rolle, ob die Vorteile einer wiedererlangten Gesundheit die Nachteile einer Opiatabhängigkeit überwiegen. Medizinische Eliten im Dienste der Hochfinanz haben beschlossen, entweder müssen solche Patienten sich von Ärzten wie Ekelmann und Hinterhalt zugrunde behandeln lassen, mit ihren Leiden eine Existenz unerträglich verminderter Lebensqualität fristen, oder sich das Leben nehmen. Andere Alternativen, lässt man ihnen nicht.
Da aber Menschen, die sich mit Hilfe von Opiaten geistige Gesundheit und Lebenstüchtigkeit erhalten, auch nur Menschen sind, wollen sie leben, wie andere Menschen auch. Da man sie aber nicht lässt, landen eben viele von ihnen auf illegalen Drogenmärkten, auf den Drogenszenen unserer Städte, um unter dort vorhandenen lebensgefährlichen Bedingungen, Arznei sich zu beschaffen und dabei auch noch Gefahr laufen, von der Polizei inhaftiert zu werden...- Menschen, die keinen Arzt mehr finden.
Steigende Kleinkriminalität (Beschaffungskriminalität) und die daraus resultierenden Proteste aus Bürgerschaft und Wirtschaft, sowie die Furcht vor sich verbreitenden Infektionskrankheiten, wie etwa AUDS oder Hepatitis, zwangen die entscheidenden Eliten schließlich , sogenannte Substitutionsprogramme einzurichten. Wir wollen hier nicht näher auf diese Programme eingehen. Nur soviel: Es sind Sonderbehandlungsmaßnahmen nicht der Medizin, sondern des Staates, für eine gewisse Kategorie Kranker...- Methadone state monopoly in Greece Substitution in der Praxis Opiumtinktur? Substitution immer wieder...
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I M T R I C H T E R . . .
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"Für sie, ist die Welt wie ein Trichter. Ein Trichter, der in unsere Getthos und Lager mündet. So sehr sie auch entkommen wollen, am Ende rutschen sie doch in unserem Trichter hinab und landen in Lagern und Ghettos". Heinrich Himmler.
Plötzlich war Opiat Mangelware geworden. Mit den letzten Krümeln des Stoffes, der durch Herberts Nieren spülte, schwand seine Gesundheit und seine früheren Symptome erschienen. Ingo, ging es ebenso. Sie mussten handeln, und rasch.
Die Drogenszene am Eisner Platz befand sich, wie so ziemlich alle Drogenszenen dieses Landes, fest in Händen der Drogenpolizei. Kameras, in größerer Entfernung fest installiert, überwachten den gut einsehbaren und nachts beleuchteten Platz. Als Normalbürger vermummte Drogenbullen, Gestapo, und deren Spitzel, frequentierten die Szene in regelmäßigen Zeitabständen. Jeder, der dort mit „Drogen“ handelte, war der Drogenpolizei längst bekannt. Die einen, wurden bald festgenommen. Sie gaben den Drogenbullen Gelegenheit, stets aufs Neue ihre Effizienz zu beweisen. Andere wiederum, wurden solange in Ruhe gelassen und observiert, bis sie in größeren Mengen zu handeln begannen und eine Festnahme sich lohnte. Vielleicht konnte man dann auch in den Zeitungen ja wieder berichten, es sei ein "Rauschgiftring gesprengt" worden. Zeigte sich allerdings, dass solche Leute keinen Zugang zu größeren Mengen fanden, legte man ihnen eine entsprechende Gelegenheit in den Weg. Waren sie reif, nahm man sie und die Menschen ihrer Umgebung vor versammelten Medien als „Rauschgiftring" hoch. Wieder andere, wurden niemals festgenommen. Die halfen den Drogenbullen, bei anderen Leuten beschlagnahmtes Heroin unauffällig wieder unter die Leute zu bringen. Oder sie wurden vom Geheimdienst mit Heroin versorgt und verkauften den Stoff unter dem Schutz von Agenten, die stets gute Beziehungen zur örtlichen Polizei pflegten. Heroin, ist wie bares Geld. Ähnlich wie Gold, Brillanten, Öl oder Waffen. Die Polizei hütete sich, Menschen festzunehmen, die für den Geheimdienst arbeiteten. Wer von ihnen wusste schon, in welch geheime Aktionen solche Menschen gerade verwickelt waren? Aktionen des Geheimdienstes, sollte man keinesfalls stören. Das brachte einem nichts weiter als gewaltige Schwierigkeiten...-
Drogenszenen bieten buntes Treiben und ergiebige Studiengelegenheiten für jeden wahrhaftig interessierten Studenten der Pharmnakologie, Soziologie oder Kriminalogie. Drogenszenen, werden stets von mehr oder weniger denselben Menschen frequentiert. Tauchte ein neues Gesicht auf, wurde es sofort von der Drogenpolizei registriert und heimlich fotografiert. Die Fotografien kamen in Fotoalben, die Festgenommenen unter Entzugserscheinungen vorgelegt wurden. Dabei wurden die unter Entzugserscheinungen sich krümmenden Festgenommenen befragt, ob sie zu diesem oder jenem Foto etwas zu erzählen wüssten. Wen wundert es bei alldem, dass auch Herbert und Ingo sofort registriert und heimlich fotografiert worden waren, als sie den Eisner Platz betraten...?
Vorerst aber, ließ man die Beiden in Ruhe. Man wollte erst dahinter kommen, ob sie sich nicht vielleicht als Mitarbeiter eigneten, als Spitzel etwa, oder als geschützte Verkäufer beschlagnahmten Heroins. Kennenlernen, wollte man sie zuerst...- Als die Beiden schließlich, mit ihrer Handelsware vom Elsner Platz zurück, wieder im Hause Ingos angekommen waren, brüteten sie darüber, wie das Zeug, dass sie erworben hatten, eigentlich anzuwenden sei. Es musste ins Blut gelangen, so viel war sicher. Nachforschungen im Internet ergaben, man rauche das Zeug am besten, schnupfe oder injiziere es. Heroin zu rauchen, schien den Beiden als Vergeudung. Dabei blies man sicher um ein Drittel des Materials unverbraucht in die Luft. Es zu schnupfen, schien den Beiden irgendwie unanständig. Pulver in die Nase zu stecken, erschien ihnen zu fremdartig, anderer Kulturen angehörend. Deshalb entschieden sich die Baiden am Ende für die einzig sinnvoll erscheinende Applikation, die intravenöse Injektion...-
Herbert war inzwischen zu Ingo gezogen. Inzwischen hatte er auch viel Erfolg mit seinen Malereien zu verbuchen. Er war sogar zu einer Ausstellung nach Palermo eingeladen worden, wo seine Bilder neben denen anderer junger Künstler ausgestellt wurden. Auch in der Wohnung seiner Eltern, hingen inzwischen schon mehrere von Hernerts Werken an den Wänden. Herberts Mutter war nicht wenig stolz auf ihren Sohn. Dass die Medikamente von Doktor Ekelmann solch durchschlagende Wirkung haben konnten, hätte sie sich nie träumen lassen. Doktor Ekelmann vermutlich ebenso wenig...-
Herberts Leben war schön geworden. Zwar lebte und bewahrte er sich seine Gesundheit mithilfe eines verbotenen Medikamentes, aber das störte ihn weiter nicht. Erhielten nicht auch viele andere Menschen ihr Leben und ihre Gesundheit mithilfe von legalem Opiat? Zog Herbert in Betracht, welch positiven Wandel diese Arznei in seinem Leben zuwege gebracht hatte, sah er das Vergehen gegen ein Gesetz wie das BtmG, durchaus als gerechtfertigt an. Sind Gesetz, die den Menschen natürliche Arzneistoffe verbieten, nicht an sich ein Verbrechen?
Während Herbert in seinem Atelier seiner Malerei nachging, sorgte Ingo für die Beschaffung der lebenswichtigen Medizin. Dazu suchte er alle paar Tage den Eisner Platz auf und erwarb eine Portion, die mehrere Tage anhielt. Eines Tages wurde Ingo auf seinem Nachhauseweg vom Eisner Platz von einem Fremden angesprochen. Der Fremde bat Ingo, sich nicht zu fürchten. Er hätte ihn gerade am Eisner Platz beobachtet und wisse, was er dort gekauft habe. Der Fremde hatte Ingo einen Vorschlag zu machen. Er würde Ingo regelmäßig mit größeren Mengen feinsten Heroins versorgen. Ingo, hätte den Stoff zu verkaufen und ihn erst danach zu bezahlen. EIn Kommissionshandel, wie man das nannte. Dabei fiele sein eigener Bedarf ab und er könne dabei auch noch etwas Geld verdienen. Ingo fand, dies sei ein guter Vorschlag. Bei dem Fremden, handelte es sich allerdings um Kriminalhauptkommissar Sellner. Sellner war selbst von Heroin abhängig. Deshalb hatte er auch stets auffallend kleine Pupillen. Damit eignete er sich aber auch besonders gut für die Aufgabe, neue Verkäufer für beschlagnahmtes Heroin zu rekrutieren. Mit kleinen Pupillen gilt man in den Augen von Heroinkonsumenten leicht selbst als Konsument. Damit galt man rasch als vollwertiges Mitglied des "Vereins". Mike, nannte der Fremde sich, der Ingo angesprochen und ihm diesen ausgezeichneten Vorschlag unterbreitet hatte...-
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Z W I S C H E N S P I E L I V
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Die Alkoholprohibition in den Vereinigten Staaten hat uns gelehrt, dass das unterdrücken menschlicher Bedürfnisses mit der Macht des Gesetzes, am Ende alle Organe einer Gesellschaft korrumpiert.
Wir haben entweder nichts aus dieser Alkoholprohibition gelernt, oder die Korruption der gesellschaftlichen Organe durch das BtmG, wird billigend in Kauf genommen, weil der ergeierte Profit solche Nachteile überwiegt. Heroin, wie Alkohol, macht vor keiner Gesellschaftschicht und keinem Berufsstand halt. Die Polizei ist längst korrumpiert, ebenso das Justizwesen. Heroinsüchtige Staatsdiener, die vorgeben, dass "Drogenproblem" zu bekämpfen, befriedigen in dieser Vermummung heimlich ihre Süchte und bereichern sich finanziell.
Der weltweite Drogenhandel, der immerhin 6 bis 8 Prozent der gesamten Weltwirtschaft ausmacht, wird längst von den Geheimdiensten betrieben. Die große Jagd nach "Drogen" und "Drogenhändler", all die spektakulären Ermittlungen, die Drogenbeschlagnahmungen, die spektakulären Verfolgungsszenen und Festnahem, sind längst nicht mehr, als große bunte Räder, die dem propagandaverseuchten und verworrenen Michel vor Augen gedreht werden.
Woher nehmen wir die Arroganz, über die Folgen der Alkoholprohibition informiert zu sein und zugleich unsere Augen gegenüber den Folgen der Heroinprohibition zu verchließen?
So wenig wie der Alkoholismus oder die Lungenentzündung vor Gesellschaftsschichten Halt macht oder vor Berufsgruppen, sowenig macht der Morphinismus davor Halt. So wenig wie Treue zur Verfassung, zur Gesellschaft, zum Staat oder soziale Verantwortung, vor Alkoholismus oder vor Erkältungskrankheiten schützen, so wenig schützen sie vor Morphinismus.
Wir sind bereit zu glauben, Ärzte, Richter, Polizeichefs, Staatsanwälte, Politiker, Kirchenmänner könnten Alkoholiker sein, aber wir finden es undenkbar, dass es unter Ärzten, Richter, Polizeichefs, Staatsanwälte, Politiker, Kirchenmänner Morphinisten gibt. Warum? Weil wir Meister der Heuchelei sind, des gegenseitigen Betrugs sowie des Selbstbetrugs! Weil zum Aufrechterhalten einer großen Lüge, viele kleine Lügen notwenidig sind! Weil wir uns beständig gegenseitig vormachen, Morphinisten, dass seien ausschließlich diese herunter gekommenen Drogensüchtigen von unten an der Ecke, die es reinen Gewissens zu verachten und in den Dreck zu treten gilt. Wie verwirrend würde dieses Gesellschaftsspiel doch werden, müssten wir plötzlich einsehen, auch Ärzte, Richter, Polizeichefs, Staatsanwälte, Politiker, Kirchenmänner, gehörten dieser Bevölkerungsgruppe an?
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E I N W E N I G S O N N E N S C H E I N . . .
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Herbert und Ingo ging es besser denn je zuvor. Mike versorgte Ingo mit Massen von Heroin, und der verkaufte es so gut er konnte. Für ihn und Herbert blieb dabei mehr übrig, als die Beiden verbrauchen konnten.
An den Vormittagen empfing Ingo Kunden, die sein Lieferant Mike ihm schickte. An den Nachmittagen und den Abenden hatte Ingo zwei feste Zeiten, an denen er sich an gewissen Straßenecken einfand. Von 15 Uhr bis etwa 17 Uhr, war er an der einen Straßenecke zu finden und von 20 Uhr bis etwa 23 Uhr in der näheren Umgebung der anderen. Immer wieder erlebte Ingo dabei, wie andere, die ebenfalls Heroin verkauften, nach und nach von der Polizei festgenommen wurden. Ihm, geschah dies wunderbarer Weise nicht. Es war, als hielte ein Schutzengel seine Hand über ihn. Keine Ahnung, hatte Ingo davon, dass er ein kleines beschütztes Rädchen im Getriebe anderer Leute war. Hätte man ihm erzählt, sein Lieferant Mike, sei Kriminalhauptkommissar der Drogenpolizei, er hätte einen ausgelacht und für überdreht erklärt...-
Für Herbert, war die Welt in Ordnung. Er verfügte über ausreichend seiner Medizin und er bekam sie problemlos obendrein. Dies gab ihm Gelegenheit, sich ganz auf seine Arbeit zu konzentrieren. Dabei produzierte er ein Meisterwerk nach dem anderen. Herbert nahm an Wohltätigkeitsveranstaltungen teil. Dort ließ er Bilder versteigern und stiftete den Erlös wohltätigen Zwecken. Im Ort, galt er bereits als freundlicher und großzügiger Mann. Zum Verdienstorden der Stadt, hatte Herbert es nicht mehr weit. Niemand ahnte, dass er sein wohltätiges und freundliches Wesen, seine Gesundheit überhaupt, überwiegend einer verbotenen und übel beleumdeten Medizin verdankte. Hätte man es auch nur geahnt, Herbert würde rasch vom Ehrenmann, zum verachteten Rauschgiftsüchtigen geworden sein. Menschen, können noch so freundlich und hilfreich sein. Gelingt es, sie als "rauschgiftsüchtig" zu brandmarken, sind sie rasch gerichtet und verstoßen...-
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. . . U N D W E I T E R I M T R I C H T E R
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Mit der Zeit verkaufte Ingo nur noch so viel von Mikes Heroin, dass der Gewinn für ihn und Herbert ausreichte. Die Mengen, die er dabei absetzte, waren Mike aber nicht genug. Eine Weile probierte er deshalb, Ingo zum Verkaufen größerer Mengen zu animieren, doch Ingo sah keinen Grund dazu. Wozu, so sagte er sich, soll ich mehr verkaufen, als für mich und Herbert unbedingt nötig ist? Da Ingo seine Rolle nicht mehr zur Zufriedenheit seiner Puppenmeister erfüllte, beschlossen die, ihn anderweitig zu verwerten. Sie beschlossen, Ingo und seinen Freund Herbert, zusammen mit einigen belanglosen Kunden, als "Rauschgiftring" hochgehen zu lassen.
Mike würde Ingo eine größere Menge als gewöhnlich liefern. Dies sollte sicherstellen, dass der Überfall der Polizei auf Ingos Haus sich lohnte. Dazu würde Mike dafür sorgen, dass zu einem gewissen Zeitpunkt, mehrere von Ingos Kunden im Haus und der näheren Umgebung sein würden. Je mehr Menschen bei dieser Aktion festgenommen werden konnten, desto größer der "Rauschgiftring", den man angeblich "gesprengt" hatte und desto größer der "Erfolg". Für "Mile" war all das keine schwere Aufgabe. Er versprach einigen seiner Kunden einen preisgünstigen Kauf, wenn sie zu einem festen Zeitpunkt, in oder bei Ingos Haus sein würden. Für Mike, entstünde bei anschließenden Gerichtsverhandlungen keine Gefahr. Er würde einfach als geflüchteter Täter gelten, nach dem "gefahndet" wurde. Fassen, würde man ihn allerdings nie. Aber selbst würde er gefasste, würde man ihm, als einem Polizeibeamten der verdeckt im Untergrund operierte, Anonymität und Immunität gewähren. Immerhin riskierten solch tapfere Leute Leib und Leben, während ihres gefährlichen Dienstes, im Kampfe gegen das furchtbare "Rauschgiftübel". Anstatt einer Verurteilung für Teilnahme am Heroinhandel und einer kriminellen Vereinigung, winkten solchen Leuten höchstens Auszeichnungen, Gefahrenzulage, ein erhöhtes Spesenkonto und eine Beförderung...-
Es kam, wie es kommen musste: "Rauschgiftring aufgeflogen", lauteten die Schlagzeilen der Zeitungen. "Bei einem sorgfältig vorbereiteten Einfall in das Haus des arbeitslosen XX, in der XX Straße, Nummer XX, fand die Polizei im Atelier des dort ansäßigen bekannten Malers Herbert XXX 1,2 Kilogramm Heroin. Der Verkaufswert des beschlagnahmten Rauschgifts wird mit 1,8 Millionen Euro angegeben". (Die Presse gibt in solchen Fällen den Verkaufswert immer weit übertrieben an, damit der Leser neidisch wird und sein Hass auf die "Rauschgifthändler" größer) "Der Maler und weitere acht Mitglieder seines Rauschgiftringes wurden festgenommen. Einem der Täter gelang bei der Festnahme die Flucht. Nach ihm wird gefahndet"...-
Am Morgen nach seiner Festnahme, wurde Herbert einem Haftrichter vorgeführt. Haftrichter Gebhart kam zu dem Schluss, dem Angeschuldigten sei in Anbetracht seiner „Rauschgiftsucht“ am Besten gedient, er käme, wenigstens bis zur nächsten Haftprüfung, in Untersuchungshaft. "Dadurch würde der Angeschuldigte in die Lage versetzt, sich von seiner „Sucht“ zu distanzieren", lautete eine Zeile in der Begründung des Haftbefehls. Und so erlebte Herbert seinen ersten „trockenen“ Heroinentzug unter Haftbedingungen. Bei der Haftüberprüfung, zwei Wochen nach seiner Festnahme, wurde Herbert bis zu seiner Hauptverhandlung frei gelassen...-
Herbert befand sich in sehr schlechter Verfassung. Er konnte kaum noch denken. Unkontrollierbare Turbulenzen in seiner Seele, warfen sein ganzes Wesen durcheinander. Er war vom gefestigten „Rauschgiftsüchtigen“, zum Blatt im Winde geworden. Doch dieser Zustand sollte nicht lange anhalten. Er war lediglich vorübergehende Folge des kalten Entzugs, bei dem neurochemische Vorgänge auf brutale Weise zerrüttet worden waren. In zwei bis drei Wochen, würde Herbert, mit Gottes Hilfe, wieder der Alte sein. Er würde wieder so sein, wie er gewesen ist, bevor er die Bekanntschaft des rauchbaren Krautes gemacht hatte. Er würde zwar wieder latent psychotisch sein, wäre aber alles in Allem wieder ganz in Ordnung. Heroin Entzug Herberts Eltern waren außer sich vor Entsetzen. Sie konnten sich die „Rauschgiftsucht“ ihres Sohnes nur erklären, indem sie Ingo die Schuld dafür gaben. Herberts Eltern schien, als hätten sie in Ingos Gegenwart schon immer dieses ungute Gefühl gehabt, etwas sei mit diesem Menschen nicht on Ordnung. Jedenfalls musste nun in erster Linie ihrem Sohn geholfen werden. Und wer kam dafür besser in Frage, als der gute Doktor Ekelmann?
Doktor Ekelmann argumentierte, Herbert sei aufgrund des kürzlich durchlebten Heroinentzugs und seiner grundsätzlich krankhaften Verfassung besonders gefährdet, gleich wieder dem „Rauschgift" zu verfallen. Damit erwirkte Doktor Ekelmann noch am selben Tage Herberts gerichtliche Einweisung in die geschlossene Abteilung des Landeskrankenhauses. So kam es, dass Herbert am Abend seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft, in der geschlossenen Abteilung des Landeskrankenhauses, Herrn Doktor Ekelmann gegenüber saß.
„Das Dümmste, was du in deiner Verfassung tun konntest“, sagte Doktor Ekelmann, „ist "Rauschgiftsüchtig“ zu werden. Wie konntest du nur so dämlich sein und dich auf solche Sachen einlassen“? Herbert sammelte all seine Kräfte, um eine adäquate Antwort zu finden. Schließlich sagte er, „Seltsamerweise hatte Heroin mir weit besser geholfen, als all die Medikamente, die Sie und ihr Kollege Doktor Hinterhalt mir verordnet hatten zusammen genommen. Unter dem Einfluss von Heroin ging es mir tadellos. Ich fühlte mich großartig und konnte sogar arbeiten“. „Das hast du dir alles eingebildet“, beschwichtigte Doktor Ekelmann. „Das ist gerade das Tückische an diesen„Drogen, dass sie einem Dinge vorgaukeln, die gar nicht vorhanden sind“. „Ach ja?“, erwiderte Herbert. „Gut dass Sie mich darauf aufmerksam machen. Ich hätte fast schon geglaubt, dass es mir tatsächlich ausgezeichnet gegangen war und dass ich mich so gesund gefühlt hatte, dass ich, quasi über Nacht, zum erfolgreichen Maler werden konnte“. Doktor Ekelmann musterte Herbert aufmerksam. Ihm war die Spur von Spott in Herberts Stimme nicht entganegn. „Wir verfügen neuerdings über ein Medikament, das eigentlich noch in der Versuchsphase steht. Aber da ich überzeugt bin, dass es dir die Halluzinationen nehmen wird unter denen du leidest und deine manischen Illusionen, verordne ich dir dies neue Medikament. Doktor Ekelmann griff nach seinen Unterlagen und schrieb: „Klinischer Versuch 3, Patient Nr. 9. 3 x tägl 350mg Idiotol iv. Inj.“. Ein Krankenpfleger erschien. Er nahm Doktor Ekelmanns Unterlegen entgegen und führte Herbert in den Schlafsaal. Dort wurde Herbert, bevor er registrieren konnte, was mit ihm geschah, von drei Krankenpflegern mit Segeltuchriemen an Armen und Beinen an die Pfosten seines Bettes gefesselt. Herbert sah gerade noch, wie ein Krankenpfleger mit einer Injektionsspritze den Inhalt aus einer gläsernen Ampulle sog. Danach verspürte er noch einen leichten Stich in seiner Armbeuge, und danach nichts mehr....-
Als Herbert am nächsten Morgen wieder zu sich kam, saß ein Krankenpfleger neben seinem Bett. Der Mann balancierte ein Notizbrett auf seinen Knien. "Wie fühlen Sie sich heute?", fragte er. Herbert überlegte. Ja, wie fühlte er sich heute? Bevor er antworten konnte, stellte der Krankenpfleger bereits die nächste Frage. "Wie lautet ihr Geburtsdatum"? Herbert überlegte. Er versuchte, die Antwort zu fassen, aber es wollte nicht gelingen. "Es tut mir leid", antwortete er schließlich. "Das fällt mir im Moment nicht ein". Der Krankenpfleger kritzelte einige Notizen auf seine Unterlagen. Danach fragte er, "Nennen Sie mir bitte den Vornamen ihrer Mutter". Herbert überlegte. Doch je mehr er über diese Frage nachdachte, desto mehr entschlüpfte ihm ihre Antwort. Da Herbert keine Antwort finden konnte, schwieg er. "Wie heißen Sie?", fragte der Krankenpfleger schließlich. Herbert überlegte und überlegte. Schweiß, schimmerte auf seiner Stirn. Mit schwerer Zunge antwortete er, "Es tut mir leid, aber das fällt mir im Moment nicht ein". Doktor Ekelmann erschien. Er sah teilnahmslos auf den im Bett gefesselten Herbert nieder. "Wie geht es ihm?", fragte er kühl. "Oh", antwortete der Krankenpfleger. "Es geht ihm ausgezeichnet. Er zeigt lediglich die übliche Reaktion".
Herberts Fesseln wurden gelöst. Er sollte gebadet werden. Doch wie sich zeigte, war er des Gehens nicht fähig. Er hatte über Nacht die Kontrolle über seine Beine verloren. Ein Rollstuhl, wurde herbei geschafft. Zwei Krankenpfleger hievten den nackten und paralysierten Herbert in den Rollstuhl. Danach rief man zwei Hausarbeiter heran. Diese Hausarbeiter waren gewöhnliche Patienten, die zu allerlei Arbeiten herangezogen wurden, wie zum Beispiel zum Putzen, oder auch zum Baden immobiler Patienten. Die beiden Hausarbeiter schoben Herbert in seinem Rollstuhl ins Badezimer. Dort, verschlossen sie die Tür von innen. Sie warengewohnt, bei solcher Gelegenheit, unbeobachtet ihre krankhaften sadistischen Instinkte auszuleben. Das Personal der Abteilung wusste davon. Da ihnen dadurch aber Arbeit erspart blieb, bekümmerte es sie nicht.
Einer der Hausarbeiter entrollte einen schweren Wasserschlauch, während der andere den Wasserhahn öffnete. Anschließend spritzten sie den nackten und wehrlosen Herbert mit einem harten Strahl kalten Wassers von oben bis unten ab. Danach, holten sie einen Eimer Schmierseife aus der Putzecke und rieben Herbert von Kopf bis Fuss damit ein. Sie nahmen harte rohe Bürsten, die ursprünglich zum Schrubben von Fußböden geschaffen waren und massierten damit die Schmierseife unter Herberts Haut. Einer der beiden Hausarbeiter griff zu einem Strassenbesen mit harten roten Nylonborsten. Während der eine den kalten Strahl des Waserschlauches auf Herbert richtete, schrubbte der andere mit dem Straßenbesen die Schmierseife von Herberts Leib. Herbert schrie vor Schmerz. Er brüllte. Doch durch die geschlossene Türe des Badezimmers und dem Lärm des Wasserstrahls aus dem schweren Schlauch, war außerhalb des Badezimmers kein Laut davon zu hören. Nach diesem "Bad", war Herbert rot wie ein Krens und seine Haut zeigte stellenweise blutige Risse. Rasch verdeckten die Beiden Herberts verletzungen unter einem Overall aus grobem Segeltuch. Danach schoben sie ihn in seinem Rollstuhl in den Aufenthaltsraum, stellten ihn in eine Ecke und überließen ihn sich selbst. Dort saß Herbert, bis am späten Nachmittag seine Mutter eintraf.
Herberts Mutter war außer sich. Noch nie zuvor hatte sie ihren Sohn in solch schlechtem Zustande gesehen. Sie erkannte ihn kaum wieder. Unerfahren wie sie war, führte sie seinen Zustand auf die "Rauschgiftscht" zurück, die er durchstanden hatte. Doktor Ekelmann wußte sie zu trösten. "Seien Sie unbesorgt gnädige Frau", erklärte er mit überlegener Ruhe. "Solche katatonischen Anfälle sind bei Menschen, die vor Kurzem von "Drogen" entwöhnt worden sind, durchaus üblich. Sie wissen selbst, wie gefährlich "Rauschgifte" sein können. Was Sie an ihrem Sohn sehen, sind nichts weiter als die typischen Folgen seiner Sucht. Aber seien Sie unbesorgt. Bei uns ist ihr Sohn in besten Händen. Sie werden sehen, in wenigen Wochen ist er wieder wie neu".
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Z W I S C H E N S P I E L V
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Ärzte in psychiatrischen Krankenhäusern werden von Pharmaunternehmen gut bezahlt, führen sie doch an ihren Patienten mit neu entwickelten Medikamenten die nötigen Experimente aus. Weil dabei Ärzte oft in legalen Grauzonen handeln, erwählen sie sich dafür vorzugsweise hilflose Patienten ohne Angehörige, oder solche mit Angehörigen, die leicht zu beeinflussen sind...-
Nirgendwo gilt der Ausdruck "Götter in Weiß" so sehr, wie in der Psychiatrie. Chefärzte und Stationsärzte von geschlossenen psychiatrischen Abteilungen, verfügen gegenüber den ihnen Anvertrauten über völlige Handlungsfreiheit. Foltern sie ihre Patienten oder töten sie sogar, gibt es nirgendwo eine ernst zu nehmende Instanz, die dagegen vorginge. Die geschlossenen Abteilungen unserer psychiatrischen Krankenhäuser, sind wahre Stätten des Grauens, in denen kein Patient seines Lebens sicher ist...-
Wird man vor die Wahl gestellt, Zeit entweder in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung zu verbringen, oder in einem Gefängnis, tut man gut daran, sich für das Gefängnis zu entscheiden. Damit weiß man zumindest, wann man wieder frei kommt und einigermaßen auch, in welchem Zustand...-
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S C H L U S S
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Dennoch, würde Herbert bis zu seinem Tode nie wieder zu der Gesundheit und zu der Zufriedenheit gelangen, die er zu Zeiten seines Aufenthaltes in Ingos Haus als "Heroin süchtiger" Maler erlebt hatte. Er wird von einem Rechtsanwalt, den seine Eltern im Hinblick auf seine nahende Gerichtsverhandlung bestellt hatten, aus Doktor Ekelmanns Abteilung geholt weren. Der Rechtsanwalt wird der Meinung sein, es wäre bei der kommenden Verhandlung von Vorteil, wenn Herbert sich zu ihrem Zeitpunkt in einer "Drogentherapie" befände. Dadurch landet Herbert, kaum den Klauen Ekelmanns entronnen, in einer "Drogentherapiestätte", wo der systematische Zerrüttungsprozess seines Geistes fortgesetzt wird. Am Ende wird er das typische Schicksal typischer "Drogenabhängiger" erleiden. Er wird immer wieder versuchen, an seine Medizin zu kommen, um seine Gesundheit, die er ein Mal in vollem Umfange erleben durfte, wieder zu erlangen. Dadurch wird er immer und immer wieder, entweder in "Drogentherapiestätten" landen, um sich dort die obligatorische Gehirnwäsche verabreichen zu lassen, oder er wird in Gefängnissen sitzen. Seine Lebenserwartung ist gering. Es ist fast schon gewiss, dass er, womöglich durch eigene Hand, eines frühzeitigen Todes sterben wird...-
INTRACEREBRAL Die Morphinistenseite
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