**************************************************************************************** Ein Prinzip der Familientherapie besagt, dass das auffallende Verhalten, das Fehlverhalten oider krankhafte Verhalten eines Menschen, eine gesunde Reaktion sein kann auf die Umstände, unter denen er lebt. Ein Beispiel dafür sei das Kind, dass als Blitzableiter für die Aggressionen zerstrittener Eltern herhalten muss: „Gehe und sage deiner Mutter blablabla“. „Du kannst deinem Vater sagen dass er blablabla“. Anstatt nun ein sensibles Kind sagen würde, „Ihr könnt mich alle am Arsch lecken! Sagt es euch doch selbst und lasst mich damit in Ruhe“, fängt es unter Umständen an, „verrücktes“ Verhalten an den Tag zu legen. Wollen die Eltern die Tatsache ihres Zerstritten Seins vor ihrer Umwelt verbergen, werden sie, anstatt Aufmerksamkeit auf ihr eigenes Fehlverhalten zu lenken, ihr „verrücktes“ Kind als Ursache aller Problem darstellen. Dann hört man Sätze wie, „Aber wieso? Wir geben Anette doch alles was sie braucht. Sehen sie nur ihre Kleidung an, oder das neue Spielzeug, etc. Unserer Tochter geht es doch gut. Sie hat doch alles“. Will ein Familientherapeut dem Kinde helfen, nuss er in diese Familie gehen, das Familienverhalten analysieren und die Verhältnisse klären.
Was im Familienverband gilt, gilt auch in Gesellschaften. Auch hier können entsprechend veranlagte Individuen zu einem Verhalten kommen, dass von Außenstehenden als „verrückt“ bezeichnet wird, obwohl es nur eine natürliche Reaktion darstellt auf Umstände, unter denen das Individuum zu leben gezwungen wird. Ein gutes Beispiel sei der Palästinenser, der mit einer Sprengladung um den Bauch, sich selbst und andere in die Luft sprengt. Dieser Mensch hat eine Tat begangen, die erst verständlich wird, begibt man sich in sein Umfeld und studiert die Lebensverhältnisse, unter denen er zu leben gezwungen war. Wollen diejenigen, die in erster Linie die Lebensumstände dieses Individuums geschaffen hatten von ihrem eigenen Fehlverhalten ablenken, werden sie auf das Individuum zeigen und erklären, es sei besonders ruchlos, inhuman, ein Terrorist. Dies war ein Beispiel aus extremen gesellschaftlichen Verhältnissen. Es gibt aber auch welche, aus so genannten „zivilisierten“ Gesellschaften. Als Beispiel dafür kann man ganz einfach Individuen anführen, die auf Grund ihrer persönlichen genetischen Beschaffenheit innerhalb der gegebenen gesellschaftlichen Zustände ihrem Leben abträgliche Existenzbedingungen vorfinden. In einer Gesellschaft, die weniger auf Raffgier basierte und mehr auf fröhliches und harmonisches Zusammenleben ihrer Mitglieder, würden für solche Individuen Rahmenbedingungen geschaffen sein, unter denen auch sie gedeihen könnten. In einer Gesellschaft hingegen, die auf Raffgier und auf Zunahme an Wachstum und Macht ausgelegt ist, wird man eher bestrebt sein, solche Individuen zu vernichten. Und genau das geschieht in kapitalistischen Gesellschaften, die zweifelsohne ausschließlich von den Interessen der Hochfinanz gesteuert werden.
Im Gegensatz zum Familienverband, in dem wohl krank machender Unfug betrieben wird, wo aber eine Vernichtung eines erkrankten Kindes meist durch elterliche Gefühle verhindert wird, existiert ein solches Hindernis innerhalb einer Gesellschaft nicht. Dort werden mit dem besten Gewissen der Welt mörderische Umstände geschaffen und aufrecht erhalten, die Hunderten, Tausenden das Leben kosten. Hier liegt die Pforte zur Eugenik, zur Vernichtung „unwerten“ Lebens, wie sie in Gesellschaften wie der Kapitalistischen zu allen Zeiten betrieben wird. Im Gegensatz zum Kaiser des Märchens, geht dieser Kaiser nur rückblickend nackt. In der Gegenwart verfügt er zu jedem gegebenen Anlasse über ein neues Kleidchen. Deshalb wird Eugenik zu jeder gegebenen Zeit immer nur schwer entdeckt.
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