***************************************************************************** Die Frage nach der „Einstiegsdroge“, ist keine wirkliche Frage bei der es darum ginge, Tatsachen ans Licht zu bringen. Es ist vielmehr eine ideologische Fangfrage bei der es darum geht, die Lüge zu unterstreichen, illegale Drogen seien gefährlicher als legale.
Fragt man Heroinkonsumenten, was ihre „Einstiegsdroge“ gewesen sei, fallen die Meisten von ihnen darauf herein und antworten z.B. : „Cannabis“. Dabei ist das in den meisten Fällen gar nicht wahr. Viel wahrscheinlicher ist es, wenn man überhaupt von "Einstiegsdrogen" sprechen will, dass Alkohol, Koffein, Nikotin, oder gar Mutters Schlaf- und Beruhigungspillen aus dem Rotkreuzkästchen im Badezimmer einem Gebrauch von Cannabis voraus gingen. Doch auf den Gedanken, auf die Frage nach der „Einstiegsdroge“ etwa mit "Alkohol" zu antworten oder mit "Koffein", "Nikotin", oder "Mutters Schlaf- und Beruhigungspillen aus dem Rotkreuzkästchen im Badezimmer", kommen die Meisten erst gar nicht. Man wird schlichtweg überrumpelt. So gut ist man konditioniert, dass man als „Droge“ sofort illegale „Drogen“ anführt und außer Acht lässt, dass es auch Legale gibt, von denen die Meisten weit gefährlicher sind als alle Illegalen zusammen genommen. Der Begriff „Droge“ ist nicht umsonst durch die Jahrzehnte hindurch so verschwommen gehalten worden, eignet er sich auf diese Weise doch vorzüglich zur ideologischen Verblendung und Manipulation der Massen.
Lässt man bei der Frage nach der „Einstiegsdroge“ nur illegale Stoffe gelten, wie etwa Cannabis, und lässt dabei alle anderen außer Acht, tut man so, als würde die bloße Tatsache der Illegalität einem Stoff gefährliche pharmakologische Eigenschaften verleihen. Und genau darum geht es in der Manipulation, die hinter der Frage nach der „Einstiegsdroge“ steckt. Es geht darum, die Lüge zu unterstreichen, illegale Stoffe seien notwendigerweise gefährlicher als Legale. (Meine persönliche Erfahrung hat mir gezeigt, dass die größte Gefahr des Heroins darin besteht, dass man dafür ins Gefängnis kommt. Dies ist aber sicher keine pharmakologische Eigenschaft des Heroins...)
Warum eigentlich, geben die meisten Heroinkonsumenten, befragt nach ihrer "Einstiegsdroge", von allen illegalen Stoffen gerade Cannabis an? Ist es, weil gerade Cannabisprodukte eine besonders hohe Konzentration an "Einstiegsstoff" enthielten? Nein. Es ist, weil Cannabisprodukte von allen illegalen Substanzen am besten zur Verfügung stehen. (Sie wachsen in unseren Gärten, auf unseren Balkonen und Fensterbrettern...) Stünde Rote Grütze unter dem BtmG und stünde Rote Grütze mehr zur Verfügung als Cannabisprodukte, würden die meisten Heroinkonsumenten, befragt nach ihrer "Einstiegsdroge "Rote Grütze" angeben.
Die Frage nach der „Einstiegsdroge“ ist somit eine Frechheit für jeden um Klarheit bemühten Geist und jeder der sie stellt, müsste eigentlich von Rechts wegen auf der Stelle geohrfeigt werden. Es reicht aber auch, als Antwort darauf wortlos kurz zu furzen und stille wieder seiner Wege zu gehen. Vielleicht könnte man den Fragesteller auch ein wenig daran schnuppern lassen. Wer weiß, vielleicht läßt die Zusammensetzung des Duftes ja Rückschlüsse auf die Art einer Einstiegsdroge zu...?
Karlos
INTRACEREBRAL Die Morphinistenseite
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