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Morphin Umgangserfahrung



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Es klänge geradezu lächerlich, wenn es nicht so traurig wahr wäre: Der überwiegende Teil von Morphinisten der letzten paar Jahrzehnte und der Gegenwart, ist nicht in der Lage, mit Morphin umzugehen. Weshalb nicht? Sie haben es nie gelernt. Warum nicht? Sie hatten nie Gelegenheit dazu.

Um als Morphinist den Umgang mit seiner Medizin zu erlernen, bedarf es großer Mengen unterschiedlichen Morphins, zum üben. Welcher Morphinist verfügt schon darüber, in unserer Zeit der Opioidhysterie und Prohibition?
Die vorrangigen Eigenschaften von Morphin sind rasch etabliert. Analgesie, Verstopfung, kleine Pupillen, bemerkt man sofort. Die subtileren Eigenschaften aber, diejenigen, die uns Morphnisten gesund und lebenstüchtig machen, oder auch unerwünschte Nebenwirkungen, etablieren sich oft erst nach Tagen oder Wochen regelmäßigen Gebrauchs. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, verfügen heutzutage nur Substituierte über das nötige Regelmaß an Einnahmeintervall und Dosis, um mit ihrem Substitutionsmittel die nötigen Erfahrungen zu machen. Sind dies allerdings schlechte Erfahrungen, sitzen sie insofern in einer Falle, als das Ausweichen auf ein anders Morphin durch die Substitutions Bestimmungen der BtmVV erschwert wird. Zurzeit gelten nur Methadon, Buprenorphin und, in Ausnahmefällen, Dehydrokodein, als verschreibungsfähige Substitutionsmittel. Ist man etwas höher auf Methadon dosiert, wird eine Umstellung auf Buprenorphin, auf Grund dessen partiell antagonistischer Eigenschaft, unmöglich und ein Ausweichen auf Dehydrokodein wird evtl. ebenso durch eine bestehende hohe Methadondosis, sicher aber durch die BtmVV, erschwert, wenn nicht sogar völlig verhindert. Wie sollte dabei jemand in der Lage sein, den Umgang mit der Stoffklasse des Morphins zu erlernen?

Aus diese Unkenntnis, hinsichtlich der Reaktion des eigenen Körpers auf verschiedenes Morphin, enstehen oft unsinnig hohe Dosierungen, wie z.B. über 200mg Methadon/Tag , oder bis zu 8000mg Heroin/Tag. Bei solcher Dosierung handelt es sich um pure Dummheit. Wäre ein hoch mit Methadon Substituierter, oder ein hoch auf Heroin dosierter nur befähigt, mit anderem Morphin zu experimentieren, ergäben sich vielleicht ganz andere Dosen. Dann fände man evtl, dass man bereits mit 20mg Hydromorphon, oder mit 80mg Oxycodon usw zufrieden sein könnte. Die Vernunft geböte folglich, morphinbedürftigen Menschen, wie chronischen Schmerzpatienten, die gesamte Palette verschreibungsfähigen Morphins zur Verfügung zu stellen.


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